Neue Modelle

Alfa Romeo Stelvio: Die dicke Giulia

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Alfa Romeo hat den Stelvio vorgestellt, das erste SUV der Marke.
Alfa Romeo hat den Stelvio vorgestellt, das erste SUV der Marke. (Bild: Alfa Romeo)

Alfa Romeo verkauft ab sofort in Deutschland sein erstes SUV: den Stelvio. Bei der Fahrzeugpräsentation in Österreich fuhren wir das neue Modell bereits.

Alfa Romeo hat den Stelvio vorgestellt – das erste SUV der Marke. Vor der ersten Auslieferung im Mai unternahmen wir erste Testfahrten bei der Fahrzeugpräsentation in Österreich. Von Innsbruck ging es über kurvenreiche Straßen mit einigen Serpentinen zum Veranstaltungsort, den Alfa Romeo ins Motorcycle Museum auf 2.175 Meter Höhe in der Top Mountain-Skistation in Hochgurgel legte. Schnee und Skifahren gut, hieß es dort.

Und wie machte sich der Stelvio 2.2 Diesel auf mehr als 100 km asphaltierter Piste? Bella Figura, wie der Italiener sagt, also einen guten Eindruck. Der Stelvio entpuppte sich als Kurvenfresser mit zurückhaltenden Wankbewegungen, überzeugte mit schnell zupackenden Bremsen und einer sehr direkte Lenkung sowie sicheren Fahreigenschaften. Das serienmäßige Allradsystem in Kombination mit der Achtstufen-Wandlerautomatik von ZF erlaubt sportliches Fahren, wobei die gute Gasannahme nachfolgend zu Beschleunigungen führt, bei denen Schaltvorgängen kaum merklich ablaufen.

Basierend auf der Giulia

Unterstützt wird das Fahren durch die bequemen Sitze mit gutem Seitenhalt. Es gibt ausreichend Platz für Fahrer, Beifahrer sowie Fondinsassen bis 1,90 Meter Körpergröße. Die Armaturentafel des Stelvio und alle Bedienelemente kommen aus der Limousine Giulia. Die Armaturentafel ist wohl etwas geschwungener als bei ihr, weil der SUV etwas breiter ist. Im vergleichsweise kleinen Lenkrad prangt der Startknopf für den Motor sowie die Knöpfe zur Betätigung der elektronischen Fahrassistenzsysteme. Im Design wie im Interieur wird deutlich, der Stelvio baut auf der Giulia auf. Das gilt auch für die technische Basis. Den Alfisti wird es freuen, denn bei Ortsdurchfahrten im Ötztahl gefiel Passanten der dynamische SUV und der Daumen zeigte nach oben.

Nach oben will auch die Marke Alfa Romeo. So soll das erste SUV der Marke seinen Premiumanspruch in der SUV-Mittelklasse beweisen, wie der deutsche Alfa-Markenchef Stefan Moldaner anlässlich der Pressevorstellung des Stelvio in Österreich betonte. So werden zum Marktstart in Deutschland zwei Ausstattungsversionen – Stelvio und Stelvio Super – mit einem 2,0-Liter-Turbobenziner (206 kW/280 PS) sowie einem 2,2-Liter-Turbodiesel (154 kW/210 PS) angeboten. Wobei der 2.0 Turbo mit einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,7 Sekunden zu den sportlichsten Fahrzeugen im Segment gehört, sagt Moldaner. Es bleibt nicht bei den zwei Aggregaten, so der deutsche Markenchef. In Kürze werde eine Variante des 2.0 Turbobenziners mit 147 kW/200 PS sowie eine mit 132 kW7180 PS des 2.2 Turbodiesels folgen. Abweichend vom üblichen Alfa-Allradantrieb werde dem Käufer auch eine Stelvio 2.2 Diesel mit 132 kW/180 PS und Hinterradantrieb angeboten werden.

Fortschrittlicher Leichtbau

Was erwartet den Stelvio-Kunden außer der unverwechselbaren Frontalansicht mit trapezförmigem Kühlergrill? Eine sportlich wirkende Karosserie von der Front bis zum Heck, wo „Schultern“ über den Radhäusern den Eindruck verstärken. Dazu gehört fortschrittlicher Leichtbau, so ist die Kardanwelle beispielsweise aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), aus Aluminium sind Motor, Motorhaube, Heckklappe, Kotflügel und Türen sowie zum großen Teil die Bremsen und die Radaufhängungen gefertigt. Durch die leichten Materialien wurde Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse quasi mit 50:50 ausbalanciert.

Das Fahrwerk des Stelvio hat eine Vorderachskonstruktion mit doppelten Querlenkern und eine „halb virtuelle“ Lenkachse, mit der die Lenkung laut Alfa effektiv von Federungs- und Antriebseinflüssen abgekoppelt wird und die Auslegung der Lenkübersetzung von 12:1 ermöglicht – eine direktere Lenkung als bei jedem anderen Fahrzeug im Segment, so Alfa. Die auf Patente von Alfa basierende Hinterachse mit Vierlenker-Aufhängungselementen garantiere darüber hinaus den optimalen Kompromiss aus sportlichem Fahrverhalten, Fahrspaß und Komfort. Das Fahrwerk sorge außerdem für eine große Aufstandsfläche der Reifen, die so in schnell durchfahrenen Kurven hohe Querbeschleunigungskräfte bewältigen können.

Serienmäßig mit Allradantrieb

Der serienmäßige Allradantrieb „Alfa Q4“ verteilt das Motordrehmoment abhängig von Fahrzustand und Haftungsniveau jedes einzelnen Reifens stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse. Das System verarbeitet zahlreiche Sensordaten, um auf durchdrehende Räder zu reagieren. Bei normalen Fahrbedingungen arbeitet das System wie ein herkömmlicher Hinterradantrieb, 100 Prozent der Motorkraft werden an die Hinterachse übertragen. Erst wenn die Hinterreifen ihre Haftgrenze erreichen, werden bis zu 50 Prozent des Drehmoments blitzschnell zur Vorderachse umgeleitet. Bewerkstelligt wird das mit einem zusätzlichen Differenzial sowie durch ein aktives Verteilergetriebe, das sehr hohe Drehmomente in Sekundenbruchteilen bewältigen kann.

Serienmäßig gibt es im Stelvio die Fahrdynamikregelung „Alfa DNA“ mit drei Stufen: „Dynamic“, „Natural“ sowie „Advanced Efficiency“. In der ersten Stufe sind alle elektronischen Systeme an Bord auf höchste Performance abgestimmt. Die Lenkung und die Bremsen sprechen maximal direkter an, die elektronischen Assistenzsysteme übertragen mehr Kontrolle an den Fahrer. Der Modus „Natural“ ist ideal für komfortables und Kraftstoff sparendes Fahren in der Stadt oder auf der Autobahn. Mit „Advanced Efficiency“ wählt der SUV-Fahrer den effizientesten Kraftstoffeinsatz.

Umfangreiche Basisausstattung

Mit seinen Maßen – Länge 4,687 Meter, Höhe 1,671 Meter und 2,163 Meter Breite mit Außenspiegeln – gleicht das Alfa-SUV eher der schlanken Mittelklasselimousine Giulia. Unterstützt wird diese Optik durch insgesamt elf verfügbare Karosseriefarben sowie ebenfalls elf unterschiedliche Leichtmetallräder. Umfangreich ausgestattet ist die Basisversion des Stelvio mit dem Infotainmentsystem „Alfa Connect“ und 6,5-Zoll-Farbbildschirm, eine Audioanlage mit acht Lautsprechern, die Fahrdynamikregelung Alfa DNA sowie das Fahrzeuginformationscenter mit 3,5-Zoll-TFT-Farbbildschirm. Die Ausstattungsstufe Stelvio hat 17-Zoll-Leichtmetallräder, Halogen-Hauptscheinwerfer und LED-Rückleuchten. Ihre Sitzbezüge, die Armaturentafel und Türverkleidungen sowie die Fußmatten sind in Schwarz ausgeführt.

Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung gehören das Integrierte Bremssystem, der Spurhalteassistent sowie das Kollisionswarnsystem mit automatischer Notbremsfunktion und Fußgängererkennung. Dazu gehören ebenso die Geschwindigkeitsregelanlage, Parksensoren hinten, die elektrische Heckklappe sowie Licht- und Regensensoren. Assistenzsysteme mit Eingriff der elektromechanischen Lenkung sind nicht im Angebot, wie zum Beispiel ein automatischer Einparkassistent und ein aktiver Spurhalteassistent. Für den reichhaltiger ausgerüsteten Stelvio Super werden zusätzliche unterschiedliche Ausstattungspakete angeboten.

Kräftiger Turbobenziner

Das SUV überzeugte auf den ersten kurvenreichen Testfahrten von 574 Meter auf 2.175 Meter über Adria, wobei wir auch den Kraftstoffverbrauch per Bordcomputer berücksichtigten. Der 2,0-Liter-Turbobenziner im Stelvio Super 2.0 Turbo 16V AT8 Q4 leistet 206 kW/280 PS bei 5.250 U/min und stemmt ein maximales Drehmoment von 400 Nm bei 2.250 U/min auf die Kurbelwelle. Das soll ihn in 5,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen – Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h. Das Fahrzeug mit 1.735 kg Leergewicht verbraucht im EU-Fahrzyklus NEFZ kombiniert 7,0 l/100 km – entsprechend 161 g CO2/km. Wir fuhren die Basisversion des Stelvio Super 2.0 Turbo im Modus Advanced Efficiency und erreichten laut Bordcomputer einen Benzinverbrauch von 8,6 l/100 km.

Der 2,2-Liter-Dieselmotor im Stelvio Super 2.2 Diesel AT8 Q4 mit 154 kW/210 PS wuchtet sein höchstes Drehmoment von 470 Nm bei 3.750 U/min in den Antriebsstrang. Damit kommt das SUV in 6,6 Sekunden von null auf 100 km/h und maximal auf 215 km/h. Sein Dieselkonsum NEFZ kombiniert ist mit 4,8 l/100km angegeben – entsprechend 127 g CO2/km. Dass der Verbrauchswert bei der kurvenreichen Berg-und-Tal-Fahrt im Modus Dynamic mit 8,6 l/100 km höher ausfällt als der NEFZ-Labortest, ist nachvollziehbar.

Diese zwei Motoren sind im Alfa Romeo Stelvio jetzt zu ordern, wobei laut Moldaner mit der Auslieferung des SUV mit Dieselmotor im Mai und mit Benziner im Juni/Juli zu rechnen ist. Auch hat der schicke italienische Geländewagen seinen Preis. Zum Verkaufsstart gibt es lediglich die Ausführung Stelvio Super, die beim Benziner in der Basisversion mit 49.000 Euro zu Buche schlägt, beim Dieselmotor sind es 47.500 Euro. Doch die Aufpreisspirale dreht sich schnell: Die gefahrene 2.2-Dieselversion des Stelvio Super brachte es mit zehn Sonderwünschen auf einen Endpreis von 59.270 Euro – weitere Steigerungen nicht ausgeschlossen.

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