Kraftstoffe

Audi erzeugt Diesel aus Wasser und Luft

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Audi produziert in einer Anlage in Dresden den weltweit ersten Diesel mit Kohlendioxid aus der Luft und Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser per Ökostrom.
Audi produziert in einer Anlage in Dresden den weltweit ersten Diesel mit Kohlendioxid aus der Luft und Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser per Ökostrom. (Foto: Audi)

CO2-neutraler synthetischer Diesel-Kraftstoff füllt die Tanks in Dresden. Dort produziert die weltweit erste Anlage Selbstzünder-Sprit mit CO2 aus der Luft und Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser per Ökostrom.

Der Diesel aus der Pilotanlage von Audi ist durch seine hohe sogenannte Cetanzahl sehr zündwillig und mit fossilem Diesel in jedem Verhältnis zu mischen. CO2-neutrale synthetische Kraftstoffe gehören zur Mobilitätssicherung. Auf sie kann selbst mit einem hohen Anteil elektrisch angetriebener Straßenfahrzeuge nicht verzichtet werden. Jetzt ist in Dresden die Pilotproduktion von CO2-neutralem synthetische „e-diesel“ von Audi angelaufen. Einem Diesel-Kraftstoff produziert mit CO2 aus der Luft und Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser per Ökostrom. Er ist frei von Schwefel und auch von Aromaten sowie mit einer sogenannten hohen „Cetanzahl“ sehr zündwillig und aufgrund der chemischen Beschaffenheit mit fossilem Diesel in jedem Verhältnis zu mischen. Audi engagiert sich seit fünf Jahren in unterschiedlichen Projekten an der Entwicklung von CO2-neutralen synthetischen Kraftstoffen. Mit der Pilotanlage beweisen die Ingolstädter mit ihren Partnern Sunfire und Climeworks, dass eine Industrialisierung der sogenannten „e-fuels“ zu verwirklichen ist.

Das „Power-to-Liquid“-Prinzip

Das Rezept scheint im Prinzip einfach. Man nehme Kohlendioxid (CO2) sowie Wasserstoff (H2), bringe es zusammen und erhält synthetischen Diesel-Kraftstoff. Fast so geschieht es in der Pilotanlage, die nach dem sogenannten „Power-to-Liquid“-Prinzip arbeitet: Wasserstoff aus separater Elektrolyse reagiert in zwei chemischen Prozessen bei 220 Grad Celsius und einem Druck von 25 bar mit dem CO2 zu einer energiehaltigen Flüssigkeit. Sie besteht aus unterschiedlichen Kohlenwasserstoffen, dem sogenannten „Blue Crude“. Der Herstellungs-Prozess erreicht einen Wirkungsgrad von maximal 70 Prozent und liefert in der ersten Ausbaustufe der Pilotanlage pro Tag rund 160 Liter Blue Crude. Daraus lassen sich wiederum knapp 130 Liter synthetischer Diesel-Kraftstoff gewinnen.

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