Produktion

Audi Györ: Neue Geothermie-Anlage

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Wolfgang Sievernich

Effizient lackiert: Lack-Overspray wird über Trockenabscheidung entsorgt. Der Umluftbetrieb spart über 50 Prozent Energie beim Heizen und Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten der Luft.
Effizient lackiert: Lack-Overspray wird über Trockenabscheidung entsorgt. Der Umluftbetrieb spart über 50 Prozent Energie beim Heizen und Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten der Luft. (Foto: Audi Hungaria)

Eine neue Geothermie-Anlage am Standort Györ in Ungarn deckt für Audi künftig bis zu 60 Prozent des Wärmebedarfs. Start ist Ende 2015.

„Vorsprung durch Energie“, nennt Thomas Faustmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Audi Hungaria, seine Strategie. Er hat am Audi-Standort Györ mit über 11.000 Mitarbeitern ein ambitioniertes Energieeffizienz-Programm gestartet. Das Ziel gilt konzernweit: „Die Mobilität der Zukunft muss CO2-neutral sein – und das betrifft nicht nur die Antriebe unserer Automobile, sondern auch deren Herstellung“, so Dr. Hubert Waltl, Produktionsvorstand der Audi AG.

Verbrauch muss reduziert werden

Die Vorgabe aus Wolfsburg: Konzernweit soll von 2010 bis 2018 der Verbrauch von Energie und Wasser, CO2- und VOC-Emissionen sowie das Abfallaufkommen um 25 Prozent gesenkt werden. Audi Hungaria liegt voll im Zielkorridor, zum Teil sogar unter den Planvorgaben. Mit der CO2-neutralen Wärmegewinnung durch die Tiefenbohrung wird die ungarische Audi-Tochter künftig neue Maßstäbe setzen.

Das Audi-Werk Györ ist mit einem Jahresvolumen von zwei Millionen Antrieben das größte Motorenwerk im Volkswagen-Konzern. Von Györ werden 30 Standorte weltweit mit Motoren beliefert. Zudem fertigt Audi Hungaria die Modelle A3 Limousine und Cabrio sowie Audi TT/TTS Coupé und Roadster. Rund 136.000 Fahrzeuge werden 2014 in Györ produziert. Drittes Standbein des Werkes sind Werkzeugbau und Presswerk mit fast 600 Mitarbeitern. Sie fertigen auch Karosseriekomponenten für RS-Exklusivserien und Supersportwagen wie den Audi R8 und Lamborghini Huracan und Aventador.

Den Gesamtenergiebedarf des Werks beziffert Sabine Martin, Leiterin der Fabrikplanung, auf 650 Gigawattstunden (GWh). 50 Prozent davon wird für die Motorenfertigung aufgewendet, 22 Prozent für den Automobilbau. 65 Prozent des Energieverbrauchs des Werks werden mit Strom gedeckt, 25 Prozent mit Erdgas und zehn Prozent mit Fernwärme. Größter Stromverbraucher ist mit über 70 Prozent die Motorenproduktion.

Bis zu 105 Liter Heißwasser pro Sekunde

Auf die Fernwärme kann künftig verzichtet werden – dank der Geothermie-Anlage in Pér nahe Györ, die derzeit errichtet wird. Sie ist – aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse – nicht nur eine ungarische Spezialität, sondern auch ein energetisches Großprojekt: Bis zu 105 Liter kochendheißes Wasser sprudeln pro Sekunde aus einem riesigen, unterirdischen Wasserreservoir. Das entnommene heiße Thermalwasser wird im direkten Umfeld der Tiefbrunnenanlage über ein Wärmetauschsystem geführt und anschließend wieder über einen Rückpressbrunnen an das Erdreich übergeben. Somit wird ein geschlossener Kreislauf ohne Thermalwasserverlust garantiert. Die geothermische Anlage wurde für eine Nennleistung von 20 MW konzipiert. An diese ist eine Fernwärmeleitung von 15 Kilometern Länge angeschlossen. Die genutzte Wärmemenge soll dabei 82.000 MWh im Jahr betragen. Daraus resultiert eine CO2-Reduktion von jährlich 23.000 Tonnen. Der Vertrag für die Nutzung der Anlage läuft auf 17 Jahre, mit Option auf weitere 15 Jahre.

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