Raumfahrt-Wettbewerb

Audi Lunar Quattro: Allrad auf dem Mond

| Redakteur: Thomas Günnel

Audi entwickelt gemeinsam mit einer deutschen Ingenieursgruppe einen Mond-Rover. Der „Lunar Quattro“ soll spätestens Ende des Jahres 2017 zum Mond reisen.
Audi entwickelt gemeinsam mit einer deutschen Ingenieursgruppe einen Mond-Rover. Der „Lunar Quattro“ soll spätestens Ende des Jahres 2017 zum Mond reisen. (Foto: Audi)

Audi arbeitet an einem Mond-Rover, dem „Lunar Quattro“. Hintergrund ist ein Raumfahrt-Wettbewerb des IT-Unternehmens Google.

Der „Google Lunar XPrize“ Raumfahrt-Wettbewerb richtet sich an Ingenieure und Unternehmer weltweit und ist mit rund 30 Millionen Dollar dotiert. Audi unterstützt dabei die Part-Time Scientists GmbH aus Berlin, ein Team von deutschen Raumfahrtspezialisten. Ziel des Projekts ist die Konstruktion eines automatisierten Fahrzeugs für den Erdtrabanten. Um zu gewinnen, muss ein zu 90 Prozent aus privaten Quellen finanziertes Team ein automatisiertes Fahrzeug auf den Mond bringen. Das Geländefahrzeug muss bis spätestens Ende des Jahres 2017 an Bord einer Trägerrakete ins All starten und die mehr als 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen. Die Reise dauert fünf Tage und kostet laut Part-Time Scientists etwa 24 Millionen Euro. Das Zielgebiet liegt nördlich des Mondäquators nahe der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. In dieser Region herrschen Temperaturschwankungen bis zu 300 Grad Celsius; wenn hier die Sonne scheint wird es wegen der fehlenden Atmosphäre bis zu 120 Grad heiß. Dort muss der Rover mindestens einen halben Kilometer zurücklegen und hochaufgelöste Bilder und Videos zur Erde übermitteln.

3D-Druck und Leichtbau

Der aktuelle Rover besteht in weiten Bereichen aus hochfestem Aluminium, wurde teilweise mittels 3D-Druck gefertigt und wiegt 35 Kilogramm. Bei der Weiterentwicklung zum Audi Lunar Quattro soll dieses Gewicht durch den Einsatz von Magnesium und durch Konstruktionsänderungen noch weiter sinken. Ein schwenkbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf; der Strom gelangt in eine Lithiumionen-Batterie, die vier Radnabenmotoren speist. Alle vier Räder lassen sich jeweils um 360 Grad drehen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h – viel wichtiger auf der Mondoberfläche sind jedoch robuste Offroad-Qualitäten und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung. Ein beweglicher Kopf an der Fahrzeugfront trägt zwei Stereokameras, die detaillierte 3-D-Bilder aufzeichnen. Eine dritte Kamera dient zur Untersuchung von Materialien und generiert hochaufgelöste Panoramen.

An dem Wettbewerb beteiligten sich anfangs 34 Teams, aktuell sind noch 16 dabei. Bereits im Juni vergangenes Jahres hatte Audi seine Teilnahme am Wettbewerb bestätigt. Im bisherigen Verlauf wurde der Rover-Prototyp bereits mit zwei sogenannten Milestone Prizes ausgezeichnet. Die Preise waren zusammen mit 75.000 Euro dotiert, die Jury honorierte damit die Entwicklung des Fahrzeugs und seiner optischen Systeme.

Hilfe von Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen

Die Arbeitsgruppe, mit der Audi die Part-Time Scientists unterstützt, besteht derzeit aus zehn Mitarbeitern. Sie bringt Know-how bei Leichtbau, Allradantrieb und elektrischem Antrieb ein. Hier lautet das Ziel, die E-Maschinen, die Leistungselektronik und die Batterie weiter zu verbessern. Zu den Unterstützern zählen neben Audi mehrere Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen, etwa Nvidia, die Technische Universität Berlin, das Austrian Space Forum (OeWF) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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