Verkehrsrecht

Autonomes Fahren: Recht hinkt hinterher

| Autor / Redakteur: SP-X / Christian Otto

Die Sensortechnik für das Autonome Fahren ist schon sehr ausgereift. Trotzdem ist der Fahrer immer noch allein in der Haftung.
Die Sensortechnik für das Autonome Fahren ist schon sehr ausgereift. Trotzdem ist der Fahrer immer noch allein in der Haftung. (Foto: Bosch)

Beim Thema Autonomes Fahren ist die Technik dem Recht schon weit vorausgeeilt. Zukünftig dürfte sich gerade bei Haftungsfragen die Verantwortung vom Fahrer zu den OEMs verschieben. Doch diese Veränderungen dürften noch länger auf sich warten lassen.

Autonomes Fahren ist längst dem Science-Fiction erwachsen und schon weitgehend in der Realität angekommen. Immer mehr Sensorik macht Autos zunehmend sicherer und den Fahrer prinzipiell arbeitslos. Bereits zwei Millionen Testkilometer haben beispielsweise Fahrzeuge von Google im Realverkehr autonom gesteuert absolviert, wenn auch mit zahlreichen Eingriffen durch Personen, die das Fahrgeschehen überwacht haben.

Policen für OEMs

Aber: „Es wird noch wahnsinnig lang dauern, bis das Auto ohne Lenkrad kommt“, prophezeit HUK-Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann. Aus der Analyse der während der Google-Testkilometer generierten Daten sei ersichtlich, dass sich die Fahrzeuge dabei mit deutlich mehr Risiko bewegt hätten als die Autofahrer aus Fleisch und Blut auf deutschen Straßen. Wobei die erwähnten Risiken unter anderem dadurch entstanden, dass das Google-Mobil extrem vorsichtig fuhr und dadurch andere Autofahrer irritierte.

Die Haftungsfrage steht ganz oben auf dem Plan der Versicherer. In Zukunft werde derjenige, der in das Auto einsteigt, argumentieren, dass der Autopilot bei einem Unfall die Schuld trage. Nach heutigem Recht ist der Fahrer in die Pflicht zu nehmen. Zukünftig könnte sich das ändern, zumindest partiell. „Versicherungen müssen sich stärker darauf einstellen, dass sie mehr Policen an die Autohersteller und weniger an die Nutzer verkaufen“, erklärte Heitmann.

Modifikation des Haftungsrechts

Auch Thomas Funke, Rechtsanwalt bei Osborne Clarke, schätzt, dass zukünftig ein Teil des Risikos verlagert werde auf denjenigen, der das Auto produziert habe. Das Bundesverkehrsministerium erarbeite eine Gesetzesvorlage, in dem es um die Modifikation des Haftungsrechts gehe.

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst kürzlich hat der US-Staat Kalifornien in seinem ersten Entwurf für gesetzliche Regeln zum autonomen Fahren formuliert, dass auch autonome Fahrzeuge einen Fahrer benötigen. Ganz alleine will man die Autos dort nicht auf der Straße sehen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zum Beitrag schreiben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43841978 / Wirtschaft)