Forschung

Baukastensystem für Elektroantriebe in Arbeit

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Ein Baukastensystem soll leistungsstärkere und Reichweiten verbesserte E-Antriebe entwickeln.
Ein Baukastensystem soll leistungsstärkere und Reichweiten verbesserte E-Antriebe entwickeln. (Foto: Infineon)

Das Forschungsprojekt HV-ModAL soll Elektroantriebe leistungsstärker machen. Zehn Partner aus der Automobilindustrie und Forschung begleiten das Projekt über drei Jahre.

Das Forschungsprojekt „HV-ModAL“ will mit neuen Antriebslösungen Elektrofahrzeuge leistungsstärker und attraktiver machen. Dabei soll in den nächsten drei Jahren ein Baukastensystem geschaffen werden, das sich für eine breite Palette von Antrieben unterschiedlicher Hersteller eignen könnte. Zehn Partner aus der Fahrzeugbranche und der Forschung wollen so die Weltmarktstellung der deutschen Automobilindustrie bei elektrifizierten Fahrzeugen, elektrische und hybride, weiter stärken. Die Bandbreite der Leistung soll zwischen 50 und 250 Kilowatt liegen und gleichzeitig höhere Reichweiten generieren. Heute üblich sind 125 kW und 150 Kilometer Reichweite.

Im ersten Projektabschnitt wollen die Partner des Projekts „Modulare Antriebsstrang-Topologien für hohe Fahrzeugleistungen“ (kurz: HV-ModAL) ein gemeinsames Verständnis für Elektroantriebs-Plattformen schaffen, das die gesamte automobile Wertschöpfungskette berücksichtigt. Durch umfassende Konzept- und Komponentenforschung soll erarbeitet werden welche die am besten aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten solcher Plattformen sind.

Leistung bis 250 Kilowatt

Erforscht werden unter anderem IGBT-Leistungsmodule für hohe Antriebsleistungen von bis zu 250 Kilowatt und hohe Spannungen von bis zu 900 V, modulare Multi-Level-DC/DC-Wandler, Batterien mit integriertem DC/DC-Wandler und Systemkomponenten für Batterien mit mehr als 600 V. Um diese Komponenten zu beschreiben, zu definieren und dann aufeinander abzustimmen, soll partnerübergreifend für verschiedene Fahrzeugplattformen ein flexibles Systemsimulationsmodell aufgebaut werden. Die theoretischen Ergebnisse sollen mit Hilfe von optimierten Komponenten und Architekturen exemplarisch als Demonstratoren überprüft werden. Die Ergebnisse seien die Grundlage für die HV-ModAL-Systemkonzepte und damit den Systembaukasten für eine breite Palette von Elektroantrieben.

Investment 7,5 Millionen Euro

Während der Projektlaufzeit werden rund 7,5 Millionen Euro investiert. Etwa die Hälfte davon trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2017. Die Projektleitung hat Infineon Technologies.

Zehn Partner aus der Automobilbranche und aus der Forschung arbeiten zusammen an diesem Projekt. Zu ihnen gehören neben den Automobilherstellern BMW und Daimler auch die Robert Bosch GmbH, der Antriebssystementwickler AVL mit seinen Niederlassungen in Stuttgart und Regensburg, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen, die Leibnitz Universität aus Hannover, die Universität der Bundeswehr München und die RWTH Aachen University sowie der Halbleiterhersteller Infineon.

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