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Bertrandt entwickelt Fließprüfstände im Thermomanagement

| Redakteur: Jens Scheiner

Detailansicht eines Fließprüfstands.
Detailansicht eines Fließprüfstands. (Foto: Bertrandt)

Bertrandt hat eine Versuchsumgebung entwickelt, die laut Unternehmen die vollständige hydraulische Vermessung des Thermomanagement-Systems von Fahrzeugen ermöglicht.

Hintergrund ist die steigende Komplexität moderner Thermomanagementsysteme, durch die auch die Anforderungen an die Komponenten- und Gesamtsystem-Validierung wachsen. Aufgrund der vollständigen Inhouse-Abdeckung aller technisch relevanten Aspekte innerhalb der Regelungs- und Messkette ist es nun möglich, eine zielgerichtete Prüfstands-Lösung zur funktionalen Auslegung und Entwicklung des Thermomanagements anzubieten. Zudem wird die Prozesskette zwischen Komponenten-Entwicklung und Dauerlaufabsicherung und der simulativen Validierung sowie der Applikation geschlossen.

Fließprüfstände als wichtiges Werkzeug

Moderne Kühlsysteme dienen nicht mehr ausschließlich der Abfuhr verbrennungsmotorischer Abwärme an Umwelt und/oder Fahrgastzellen. Sie entsprechen komplexen verfahrenstechnischen Anlagen mit teilweisen mehreren hydraulisch gekoppelten Kreisläufen, um Wärme sehr unterschiedlichen Temperaturniveaus gezielt zu verteilen. Die Bandbreite der zu prüfenden Systeme reicht von einfachen Standardkühl- bis hin zu Thermalsystemen mit mehreren Kreisläufen und einer großen Zahl an Variabilitäten. Der Betrieb erfolgt durch geregelte E-Maschinen. Sensoren für die Erfassung von Volumenstrom, Druck und Temperatur werden in die Kaltfließprüfstände integriert. Weiterhin können zusätzliche, hydraulisch wirksame Komponenten angesteuert werden, zum Beispiel Ventile oder Schieber. Der Prüfstandsbetrieb erfolgt vollautomatisch.

Technische Merkmale der Fließprüfstände

Der elektrische Antrieb mechanischer Pumpen ist drehzahlgeregelt. Elektrische Pumpen werden mittels PWM-Signal (PWM = Pulsweitenmodulation) oder LIN-Bus (LIN = Local Interconnect Network) angesteuert. Je nach Kundenanforderung sind verschiedene Arten von Messprinzipien möglich, beispielsweise die DMS-Druckmessung (DMS = Dehnungsmessstreifen), Temperaturmessung mittels Thermoelementen (Typ K) oder Volumenstrommessung (magnetischinduktiv oder Turbinen-Durchflusszähler). Laut Unternehmen lassen sich mit den Prüfständen zusätzliche Komponenten, wie vollvariable, elektrische Wasserpumpen oder Volumenstromstellventile beziehungsweise -schieber, via PWM und CAN/LIN-Bus analog ansteuern. Die Kühlmitteltemperaturregelung erfolgt bis max. 140 °C, Messdaten werden über das System „imc Spartan“ erfasst. Die Prüfstandsautomatisierung erfolgt mittels „b.automized“, einer Software, die einen vordefinierten Prüfplan durchläuft und gleichzeitig kritische Betriebsparameter überwacht. Zum Beispiel leitet das Programm im Störfall hierarchisch gegliederte Gegenmaßnahmen ein, die vom kontrollierten Anfahren eines sicheren Betriebspunktes bis hin zur Notfallabschaltung reichen.

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