Entwicklungsdienstleister

Bertrandt wächst dank Auto-Boom weiter

| Autor / Redakteur: Christian Otto / Jens Scheiner

Bertrandt präsentierte erneut sehr positive Zahlen und investiert weiter kräftig in den Ausbau der technischen Anlagen. Ein Beispiel ist der elektromagnetsiche Crash-Schlitten.
Bertrandt präsentierte erneut sehr positive Zahlen und investiert weiter kräftig in den Ausbau der technischen Anlagen. Ein Beispiel ist der elektromagnetsiche Crash-Schlitten. (Foto: Bertrandt)

Der Technologie-Spezialist Bertrandt vermeldete auch für die ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2014/2015 Wachstum. Getragen von einer zunehmenden Modellspreizung und guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen investieren die Ehninger weiter.

Im Rahmen des „10. Capital Market Day“ präsentierte Bertrandt die Zahlen zum 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/2015. Der Vorstandsvorsitzende des Entwicklungsdienstleisters aus Ehningen, Dietmar Bichler, verwies in seine Ausführungen auf „gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen“, die sich in einer globalen Konjunkturbelebung sowie dem Wachstum in den Industrieländern widerspiegelt. Deshalb rechne das Unternehmen mit Blick auf den Pkw-Absatz in der Automobilindustrie mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent.

Wichtigster Treiber des Bertrandt-Geschäfts bleibe laut Bichler „die Aufspreizung der Modellvielfalt“. Allein bis 2019 sollen 45 neue Modelle ohne Vorgänger auf den Markt kommen. „Hinzu kommt, dass die bestehenden Varianten erneuert werden müssen.“, so Bichler. Auch profitiere man von den weiterhin hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung, dass sich aufgrund eines weiterhin steigenden Fremdvergabevolumens direkt auf die Entwicklungsdienstleister auswirken werde. Auch die politischen Regulierungen, beispielsweise beim Thema CO2 den technologischen Druck auf die OEMs. „Um die Ziele zu erreichen bedarf es Maßnahmen am Gesamtfahrzeug. Da liegt der Charme für Bertrandt.“, erklärte der CEO.

Umsatz- und EBIT-Steigerung

Konkret kann das Unternehmen sehr positive Zahlen präsentieren: So stieg der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 um neun Prozent auf 451,4 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich auf 43,8 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Ertragsteuern belief sich auf 29,9 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 664 auf 11.859 Beschäftigte weltweit.

Zudem verwies Dietmar Bichler auf eine Eigenkapitalquote von 63,2 Prozent: „Das ist ein gutes Polster. Wir fahren da konservativ weiter, um zukünftige Projekte auch selber finanzieren zu können.“ Und Bertrandt investiert Allein im vergangenen Halbjahr betrug das Investitionsvolumen 34 Millionen Euro, was einem Wachstum zum Vorjahreszeitraum von über 57 Prozent entspricht. Diese Aufwendungen flossen beispielsweise in die Bereiche Motorprüfstand, Batterieprüfstand für Elektromobilität, Erprobung Infotainment sowie in einen Akustikrollenprüfstand.

Gezieltes Kostenmanagement

Dietmar Bichler resümierte, dass Markttreiber wie die Modellvielfalt intakt seien und die Investitionen zeigen, dass man eine Basis für ein nachhaltiges Wachstum schaffen möchte. Gleichzeitig verwies er aber auf die Herausforderung eines gezielten Kostenmanagements und betonte: „Wir kriegen nichts geschenkt.“

Einnen gelungenen Rahmen für die Präsentation der Halbjahreszahlen boten zwei Vorträge von Prof. Michael Bargende und Prof. Wilfried Sihn. Während Bargende sehr unterhaltsam die Kraftfahrzeugantriebe der Zukunft im Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit betrachtete, ging Sihn auf das viel diskutierte Thema Industrie 4.0 ein. Beide Referenten zeigten Möglichkeiten aber auch Probleme der vorgestellten Felder auf und analysierten die daraus resultierenden Folgen für die Automobilindustrie.

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