Veranstaltungshinweis

BMWi-Leistungsschau zeigt Strom aus dem Koffer

| Redakteur: Christian Otto

Das Modell des Ultraleichtfahrzeugs EQ im Maßstab 1:16 wird auch auf der Leistungsschau zu sehen sein. Es ist nicht auf eine Ladeinfrastruktur angewiesen und bezieht seine Elektroenergie aus einer Batterie, die sich in einem leicht zu transportierenden Koffer befindet und die sich an einer haushaltsüblichen Steckdose aufladen lässt.
Das Modell des Ultraleichtfahrzeugs EQ im Maßstab 1:16 wird auch auf der Leistungsschau zu sehen sein. Es ist nicht auf eine Ladeinfrastruktur angewiesen und bezieht seine Elektroenergie aus einer Batterie, die sich in einem leicht zu transportierenden Koffer befindet und die sich an einer haushaltsüblichen Steckdose aufladen lässt. (Foto: Schütz Brandcom GmbH)

Kleine und mittelständische Unternehmen leisten einen wesentlichen Beitrag für den deutschen Fahrzeugbau. Einige von ihnen präsentieren auf dem 22. Innovationstag Mittelstand am 11. Juni in Berlin innovative Werkstoffe und Neuerungen zum Einsatz in der Automobilindustrie, etwa im Bereich Elektromobilität.

Auf der diesjährigen Leistungsschau des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellen vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet rund 200 neuartige Produkte, Technologien und Dienstleistungen aus, deren Entwicklung durch Förderprogramme des Ministeriums unterstützt wurde.

Aus dem Automobilbereich sind ebenfalls verschiedene Projekte vertreten: So stellt sich unter anderem das aus zehn mittelständischen Automobilzulieferern und Automotive-Unternehmen bestehende Netzwerk automotive BerlinBrandenburg e. V. aus Potsdam vor. Es wird auf dem Innovationstag das erste rein elektrisch betriebene Ultraleichtfahrzeug für urbane Räume präsentieren, das nicht auf eine Ladeinfrastruktur angewiesen ist. Die zum Betrieb des Fahrzeugs benötigte Elektroenergie liefert eine Batterie, die sich in einem leicht zu transportierenden Koffer befindet, und die sich an einer haushaltsüblichen Steckdose aufladen lässt – Ladesäulen oder Induktionsschleifen werden nicht mehr benötigt. Das einsitzige Fahrzeug mit der Bezeichnung „EQ“ und einer Reichweite von 60 Kilometer sowie 50 km/h Höchstgeschwindigkeit soll zum flexiblen und umweltfreundlichen Allrounder im städtischen Alltagsbetrieb werden. Das Kooperationsnetzwerk wird am 11. Juni mit einem EQ-Modell im Maßstab 1:16 vor Ort sein.

Vier Milliarden Förderung seit 2008

Das erfolgreichste Förderprogramm zur Unterstützung des innovativen Mittelstands in Deutschland ist das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Branchen- und technologieoffen konzipiert, gilt es seit Programmstart im Jahr 2008 als Flaggschiff der Innovationsförderung des Bundes für kleine und mittelständische Unternehmen. Bislang wurden für rund 29.000 Forschungs- und Entwicklungsprojekte nahezu vier Milliarden Euro Fördermittel bewilligt. Davon entfielen fast drei Viertel auf Vorhaben mit mehreren Kooperationspartnern. Mit erhöhtem Budget und optimiertem Regelwerk wird das ZIM bis 2019 fortgeführt – auch für den Bereich Fahrzeug- und Verkehrstechnologien, für den bis Mitte April rund 143 Millionen Euro Förderung bewilligt wurden.

Mit einer Kofferraumklappe und anderen Demonstratorbauteilen aus glasfaserverstärktem Kunststoff wartet das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik aus Chemnitz gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Polymerforschung in Dresden auf. Die Kunststoffe, sogenannte LP-SMC (Low-profile-sheet molding compound), werden in der Automobilindustrie wegen ihrer vorteilhaften Eigenschaften zumeist mit nachfolgender Lackierung eingesetzt. Die Herstellung der zunächst unlackierten Bauteile erfolgt in einem temperierten Pressprozess. Durch gezielte Oberflächenstrukturierung der Presswerkzeuge, die maßgebenden Einfluss auf die Oberflächenqualität der sichtbaren Exterieur- und Interieurbauteile hat, wird die Ausschussquote sowohl beim Pressprozess als auch beim Lackierschritt deutlich verringert. Dass dadurch ein aufwändiger und kostenintensiver Lackier-Vorbehandlungsprozess entfällt, dient zudem dem Umweltschutz.

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