Elektromobilität

Bosch, BMW, Vattenfall: Projekt „Second Life Batteries“

| Redakteur: Jens Scheiner

Bosch arbeitet gemeinsam mit BMW und Vattenfall am Projekt „Second Life Batteries“.
Bosch arbeitet gemeinsam mit BMW und Vattenfall am Projekt „Second Life Batteries“. (Bild: Bosch)

Elektromobilität und Stromspeicher sind zwei Kernelemente der Energiewende. Ein Projekt von Bosch, der BMW Group und Vattenfall kombiniert beide Technologiefelder.

Bei dem Projekt formen gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen einen großen Stromspeicher. Die daraus entstehende Energie steht binnen Sekunden zur Verfügung und kann dabei helfen, das Stromnetz zu stabilisierne. BMW liefert für das Projekt die Batterien aus seinen Elektrofahrzeugen ActiveE und i3. Vattenfall betreibt den großen Speicher für zehn Jahre auf seinem Gelände. Bosch integriert die Batterien und übernimmt die Systemsteuerung.

Noch lange nicht verbraucht

Die Lithium-Ionen-Akkus werden am Ende ihres Lebenszyklus aus dem Elektrofahrzeug ausgebaut, wenn ihre Speicherkapazität nur noch 80 Prozent beträgt. Gekoppelt sind sie jedoch noch als stationärer Pufferspeicher nutzbar. Die drei Partner sammeln in dem Projekt neue Erkenntnisse über mögliche Einsatzgebiete, Alterungsverhalten und Speicherkapazität der Batterien. „Das Projekt ist wichtig, weil es zwei strategisch bedeutende Ziele verbindet“, sagt Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner, der auf die Zukunft des elektrischen Antriebs setzt. „Wir sehen in der Elektromobilität einen künftigen Massenmarkt, mit dem viele neue Geschäftsmodelle und Lösungen einhergehen“, ergänzt der Physiker. „Dazu gehören stationäre Stromspeicher, in denen sich gebrauchte Batterien weiterverwenden lassen. Mit solchen dezentralen Speichern leisten wir einen wichtigen Beitrag zur sicheren Stromversorgung.“

Projekte laufen bereits

Zurzeit wird in Hamburg ein Speicher mit einer Leistung von zwei Megawatt und einer installierten Kapazität von zwei Megawattstunden geplant und gebaut. Die Energie soll im Regelenergiemarkt eingesetzt werden und kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Dafür werden mehr als 100 Fahrzeug-Batterien zusammengeschaltet. Die Partner gehen davon aus, dass der Speicher bis Ende des Jahres 2015 in Betrieb geht.

In Braderup nahe Sylt hat der Zulieferer bereits einen der größten Stromspeicher Europas gebaut, um bei Bedarf die Energie eines Windparks zwischenzuspeichern. Dafür wurden tausende kleine Lithium-Ionen-Akkus zu einem großen Verbund kombiniert. In Kelsterbach bei Frankfurt wurde nach einem ähnlichen Muster ein Lithium-Ionen-Speicher für eine Wohnsiedlung installiert.

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