Zulieferer

Boysen stellt Geschäftszahlen vor

| Redakteur: Thomas Günnel

Der Abgastechnik-Spezialist Boysen hat seine Geschäftszahlen vorgestellt. Unternehmens-Geschäftsführer Rolf Geisel gab zudem einen positiven Ausblick auf das aktuelle Jahr. Im Bild das BIN Boysen Innovationszentrum Nagold.
Der Abgastechnik-Spezialist Boysen hat seine Geschäftszahlen vorgestellt. Unternehmens-Geschäftsführer Rolf Geisel gab zudem einen positiven Ausblick auf das aktuelle Jahr. Im Bild das BIN Boysen Innovationszentrum Nagold. (Foto: Boysen)

Der Abgastechnik-Spezialist Boysen hat seine Geschäftszahlen vorgestellt. Demnach erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,46 Milliarden Euro, in zwei Jahren entstanden zudem 1.100 neue Arbeitsplätze.

„Die Leistung und das Ergebnis der Boysen Gruppe liegen über der Planung“, sagt Geschäftsführer Rolf Geisel. Für das zurückliegende Geschäftsjahr verzeichnet der Abgastechnik-Spezialist mit Stammsitz im baden-württembergischen Altensteig einen Umsatz in Höhe von 1,46 Milliarden Euro. Besonders erfreulich ist für Geisel, „dass es uns gelungen ist, mit der Produktivität in fast all unseren Werken auch den Ertrag wieder zu steigern“. Zwar macht das Stiftungsunternehmen hierzu traditionsgemäß keine genauen Angaben, doch lässt Geisel durchblicken: „Die Rendite ist besser als 2014 und auch besser als sie ursprünglich für 2015 geplant war.“ Allerdings sei dies kein Selbstläufer: „Wir sind auf einem sehr guten Weg, aber noch lange nicht an dem Punkt, an dem unsere Investitionen der letzten Jahre im richtigen Verhältnis zu den Ergebnissen stehen.

Investitionen zahlen sich aus

Im Jahr 2013 erreichte Boysen einen Umsatz von 1,02 Milliarden Euro und das Jahr war die Hochphase der seinerzeit umgesetzten Wachstumsstrategie des Unternehmens. Dabei erweiterte Boysen seine Produktion von zehn auf 17 Standorte. Die Investitionen zahlen sich laut Geisel jetzt aus. Als Beispiele für das Jahr 2015 nennt er die erfolgreichen Anläufe der Serienproduktion von Abgastechnik für den Audi A4, den BMW 3er (Modellüberarbeitung), den 7er und den GLC und die E-Klasse von Mercedes-Benz. Als weitere „höchst positive Entwicklung“ wertet der Geschäftsführer, dass knapp die Hälfte der 1.100 neuen Arbeitsplätze in den vergangenen zwei Jahren im Hochlohnland Deutschland geschaffen wurde, davon 200 an den vier Standorten im heimischen Landkreis Calw: „Mit Blick auf den allgemeinen Branchentrend der Stellenverlagerungen in Billiglohnländer ist dies mehr als außergewöhnlich.“ Angesichts dieser Erfolgsmeldungen kann es Geisel verschmerzen, dass das für 2015 selbst gesteckte Umsatzziel von 1,5 Milliarden Euro nicht erreicht wurde. Der Grund lag demnach im Preis für Edelmetalle, die im vierten Quartal teilweise um bis zu 25 Prozent gefallen sind.

Weiteres Wachstum prognostiziert

Für das Jahr 2016 prognostiziert Geisel einen Umsatz von über 1,6 Milliarden Euro. Zudem will der Zulieferer in den nächsten Jahren rund 30 Millionen Euro in sein erstes Mexiko-Werk investieren, das ab Sommer dieses Jahres in San Luis Potosí entsteht. Etwas Vorsicht lässt Geisel dennoch walten: „Viele Dinge sind heute noch nicht absehbar. Das gilt unter anderem für die Auswirkungen, die der Skandal um manipulierte Abgaswerte auf die gesamte Dieseltechnik haben könnte. Wir sind mit unseren Reinigungssystemen in diesem Bereich breit aufgestellt und würden eventuelle Auftragsrückgänge sofort zu spüren bekommen.“ Um dem entgegenzuwirken, setzt Boysen auf die Nutzfahrzeugindustrie. Den Entwicklungsauftrag für ein entsprechendes Lkw-Großprojekt habe man bereits erhalten und dafür am zweiten Entwicklungsstandort in Nagold auch viel in die erforderlichen Kapazitäten investiert: Innerhalb von zwei Jahren wurden ein Entwicklungsteam mit 70 Ingenieuren und Erprobungseinrichtungen für Nutzfahrzeuge aufgebaut. Dazu zählen ein Fahrzeugrollenprüfstand, ein Motorenprüfstand mit Akustikraum, ein Multi-Achsen-Prüfstand sowie ein 3D-Drucker für die Prototypen-Herstellung. Ob Boysen auch den Zuschlag für die Serienproduktion erhält, die Voraussetzung, dass sich der Entwicklungsaufwand finanziell lohnt, entscheidet sich im zweiten Quartal.

Über Boysen

Die Boysen Gruppe beschäftigt aktuell rund 3.300 Mitarbeiter an 17 Standorten im In- und Ausland. Neben den Entwicklungsstandorten in Altensteig und Nagold verfügt Boysen über Produktionsstandorte in Altensteig, Simmersfeld, Salching, Ingolstadt, Plauen und Achim sowie in Frankreich, Ägypten, Südafrika, Indien, China und in den USA.

Das Unternehmen entwickelt und fertigt Rohrkrümmer, Katalysatoren, Dieselpartikelfilter, Schalldämpfer, Endrohrblenden und komplette Abgassysteme für Pkw, Nutzfahrzeuge und Off-Highway-Anwendungen. Neben den drei Hauptkunden Audi, BMW und Daimler arbeitet der Abgastechnik-Spezialist für die deutschen Automobilhersteller Volkswagen und Porsche, die englischen Marken Bentley und Rolls-Royce, die Nutzfahrzeughersteller MAN und Daimler sowie im Bereich Off-Highway-Anwendungen unter anderem für Krauss Maffei, mtu und Voith.

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