CES 2016

CES: Die etwas andere Automesse

| Autor / Redakteur: Jens Meiners / Christian Otto

Die CES hat sich immer mehr zu einer Automobilmesse gemausert. OEMs wie Daimler präsentieren ihre digitalen Lösungen.
Die CES hat sich immer mehr zu einer Automobilmesse gemausert. OEMs wie Daimler präsentieren ihre digitalen Lösungen. (Foto: Daimler)

Wurden in der Vergangenheit alljährlich in Las Vegas eher die neuesten Smartphones vorgestellt, ist die CES nun zu einem Schaulaufen der Automobilisten geworden. Damit steht die Messe symbolisch für den Wandel der Branche, die zukünftige Autos nicht mehr ohne Vernetzung denken kann.

Während einige der traditionellen Automessen um Relevanz, gar die Existenz kämpfen, steigt im US-Staat Nevada eine echte Erfolgsgeschichte: Die ehemalige Consumer Electronics Show in Las Vegas - sie will inzwischen nur noch "CES" genannt werden - hat sich von einer Fachmesse für Elektronik und High-Tech-Spielereien zu einem Tummelplatz für die Autoindustrie entwickelt.

Elektronik-Fans kommen noch immer auf ihre Kosten - und tatsächlich buhlen neben den internationalen Schwergewichten zahllosen kleine, mehr oder weniger innovative Entwickler und Tüftler um Aufmerksamkeit. Doch der Anstrom der Automobilhersteller in die Wüstenmetropole hat die CES gleichsam zur ersten Automesse des Jahres verwandelt. Deshalb waren wir dort.

Differenzierung durch Infotainment

Der Drang nach Las Vegas ist kein Zufall: Die wachsende Bedeutung von Telematik und Infotainment hat bereits zu einer massiven Verlagerung von Entwicklungsressourcen geführt. Früher beschränkte sich das Thema weitgehend auf Radiogeräte, die oft nachgerüstet wurden. Heute ist Infotainment eines der wichtigsten Differenzierungsmerkmale beim Autokauf. Für viele Kunden ist ein schwer zu bedienendes oder schlecht integriertes Infotainmentsystem ein entscheidender Mangel.

Wir erleben nicht weniger als eine tektonische Verschiebung: Chassis, Karosserie und Antrieb definieren das Auto nicht mehr alleine; der Fokus verlagert sich auf Infotainment und Telematik. Was uns auf der diesjährigen CES aufgefallen ist:

1. Die E-Mobilität bleibt, die Politik bekommt ihren Willen: Während der tatsächliche Nutzen von Elektroautos für die Umwelt mehr als fraglich ist, zwingen die verzerrten Zertifizierungsmethoden in der ganzen Welt die Autohersteller, Elektroautos und Plug-in-Hybriden in den Markt zu drücken. Der hochgepeitschte "Diesel-Skandal" hat den Verbrennungsmotor im Wettkampf der Antriebskonzepte weiter beschädigt. Hinzu kommt: Die Elektroautos werden attraktiver. Audi bringt das e-tron quattro concept mit rund 500 Kilometern Reichweite in Serie, und der Preis könnte bei geradezu sensationellen 60 000 Euro liegen. Und Daimler will eine ganze Familie von Elektroautos bringen. Weiterhin gibt es die i-Familie von BMW, und auch die neuen Konzepte von GM und Volkswagen versprechen Fahrfreude.

2. GM beeindruckt mit dem Chevrolet Bolt - dem kleinen Bruder des Volt. Der sportlich gezeichnete Kompaktwagen wird noch heuer in Produktion gehen, und er wird Konkurrenzmodellen wie dem BMW i3 oder der mit Tesla-Technik elektrifizierten B-Klasse von Mercedes-Benz das Leben nicht leichter machen. Eine ominöse Funktion unter dem Stichwort "Gamification" soll es Piloten ermöglichen, ihren Fahrstil im Sinne maximaler Effizienz zu vergleichen.

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