Zertifizierung in China

China Compulsory Certificate für Automobilteile und Gesamtfahrzeuge

| Redakteur: Michael Ziegler

Die CCC-Zertifizierung erfordert neben einer gewissen Vorbereitungszeit die Begleitung durch einen erfahrenen Übersetzer, der Missverständnisse oder Unklarheiten durch interkulturelle Sensibilität und Verhandlungsgeschick aus dem Weg räumen kann.
Die CCC-Zertifizierung erfordert neben einer gewissen Vorbereitungszeit die Begleitung durch einen erfahrenen Übersetzer, der Missverständnisse oder Unklarheiten durch interkulturelle Sensibilität und Verhandlungsgeschick aus dem Weg räumen kann. (Foto: BMW)

China Compulsory Certificate, kurz CCC-Zertifizierung, ermöglicht die Komplettfahrzeug-Homologation sowie den Export von Bau- und Ersatzteilen nach China. Der Prozess erfordert dabei Sachkenntnis und Verhandlungsgeschick.

Die CCC-Zertifizierung mit dem China Compulsory Certificate ist für viele Automobilzulieferer und Fahrzeughersteller ein eher unbeliebtes Thema. Sie wird häufig lediglich als ein Prozess angesehen, der Kapazitäten bindet und erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand verursacht. Sie ist jedoch notwendig, um als Lieferant einerseits die Anforderungen des Kunden hinsichtlich seiner Komplettfahrzeug-Homologation zu erfüllen und um andererseits Bau- und Ersatzteile uneingeschränkt nach China exportieren zu können. Unter allen Umständen ist zu vermeiden, dass in China dringend benötigte Produkte vom Zoll mit Verweis auf die CCC-Pflicht festgehalten werden und dadurch Lieferversäumnisse entstehen.

Wie man ein CCC-Zertifikat erhält, ist eigentlich schnell erklärt. Sobald die CCC-relevanten Bauteile identifiziert und in Zertifizierungseinheiten (Certification Units) unterteilt sind, kann gemäß der jeweils geltenden Durchführungsbestimmungen (Implementation Rules) mit der Antragstellung in China begonnen werden. Dazu müssen einige Formulare ausgefüllt und Unterlagen beschafft werden. Nach Übermittlung und Annahme der Dokumente, entweder durch die chinesische Zertifizierungsbehörde CQC (China Quality Certification Centre) oder CCAP (China Certification Centre for Automotive Products), wird der Factory Code zugeteilt und die Testprodukte werden angefordert. Die je nach Produkt erforderlichen Tests werden in China von einem akkreditierten Testlabor gemäß den Nationalen Standards (chin.: Guobiao, kurz: GB) durchgeführt. Es folgt die Werksinspektion, in der von chinesischen Auditoren das Qualitätsmanagementsystem sowie die wichtigsten Fertigungsprozesse überprüft werden. Die CCC-Audit ist im Vergleich zu einem ISO-Audit deutlich dokumentenlastiger und erfordert neben einer gewissen Vorbereitungszeit die Begleitung durch einen erfahrenen Übersetzer, der Missverständnisse oder Unklarheiten durch interkulturelle Sensibilität und Verhandlungsgeschick aus dem Weg räumen kann.

Werden Produkttests und Audit ohne „Non-Conformities“ bestanden, erhält der Antragsteller das CCC-Zertifikat. Im letzten Schritt wird die Markierungsgenehmigung (Permission of Printing) beantragt, die dem Werk erlaubt, das CCC-Logo auf den Bauteilen anzubringen. Der Antrag muss von der Zentralbehörde CNCA genehmigt werden.

Berücksichtigung aktueller Bestimmungen

Für den reibungslosen Ablauf der CCC-Zertifizierung und die regelkonforme Markierung müssen die aktuell geltenden Bestimmungen der chinesischen Behörden bzw. gegebenenfalls vorgenommene Änderungen in den Anforderungen unbedingt berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die jährlichen Follow-Up-Audits und die damit einhergehende Verlängerung der Markierungsgenehmigung. Seit einiger Zeit gibt es immer wieder tiefgreifende Änderungen in den CCC-Bestimmungen. So wurde mit dem Announcement Nr. 117 [2012] der AQSIQ und CNCA im August 2012 festgelegt, dass zukünftig nur noch Interieurbauteile mit einer Mindestgröße von 356 mm x 100 mm zertifizierungspflichtig sind. Darüber hinaus entschied die CNCA im Rahmen der Bekanntmachung, Sitzbezüge von ihrer gesonderten Zertifizierungspflicht zu befreien.

Eines wird deutlich: Die häufig kurzfristig implementierten Änderungen rund um die CCC-Zertifizierung machen es betroffenen Automobilzulieferern und Fahrzeugherstellern nicht immer einfach, den Anforderungen der chinesischen Zertifizierungsbehörden adäquat zu begegnen. Hier sind entsprechende Maßnahmen gefragt, denn im Exportgeschäft nach China wird die CCC-Zertifizierung auch weiterhin fester Bestandteil bleiben und muss ernst genommen werden. Für die Umsetzung bieten Zertifizierungsdienstleister, wie die „MPR GmbH – China Certification“ ihre Unterstützung an.

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