Elektromobilität

Chinas elektrische Zukunft

| Autor / Redakteur: ampnet / Jens Scheiner

Die chinesische Regierung will im Rahmen des aktuellen Fünfjahresplans bis zum Jahr 2020 fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straßen bringen.
Die chinesische Regierung will im Rahmen des aktuellen Fünfjahresplans bis zum Jahr 2020 fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straßen bringen. (Foto: Daimler)

China hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Automobilmarkt der Welt entwickelt – und gleichzeitig zeigen sich dort die Grenzen konventioneller Mobilität. Die Elektromobilität soll jetzt der Ausweg sein.

Ständig verstopfte Straßen sowie eine unerträgliche Umweltbelastung durch Abgase haben die Pekinger Verantwortlichen über Alternativen nachdenken lassen, obwohl die Volksrepublik noch weit von dem Motorisierungsgrad der Industrieländer entfernt ist. Während in Deutschland rund 550 Autos auf 1.000 Einwohner kommen, sind es China gerade knapp 100. Dennoch haben die Partei-Kader in Peking beschlossen, die Weichen in Richtung elektrifizierter Antriebe zu stellen.

Plan: fünf Millionen Elektrofahrzeuge

Das selbstgesetzte Ziel ist dabei ehrgeizig. Nachdem die E-Mobilität jahrelang ein Schattendasein führte und Elektrofahrzeuge fast ausschließlich von Staatsbetreiben oder als Taxis eingesetzt wurden, plant Peking jetzt, im Rahmen des aktuellen Fünf-Jahresplans bis zum Jahr 2020 fünf Millionen Elektromobile auf die Straßen zu bringen. Bereits im kommenden Jahr sollen 30 Prozent der staatlichen Fahrzeuge einen batterieelektrischen Antrieb oder mindestens einen Hybridantrieb besitzen. Gleichzeitig wird die Ladeinfrastruktur zügig ausgebaut – unter anderem in Zusammenarbeit mit ABB – und die potenziellen Kunden mit Geldgeschenken gelockt, um von konventionell angetriebenen Modellen auf Stromer umzusteigen. Je nach Region können die Zuschüsse umgerechnet bis zu 17.000 Euro betragen. Gleichzeitig erhalten die E-Mobilisten ohne Wartezeiten und zusätzliche Kosten ein Kennzeichen. In Shanghai zum Beispiel werden die Zulassungen inzwischen versteigert, wobei ein Kennzeichen mit 10.000 Euro zu Buche schlägt.

75.000 Neuzulassungen im Jahr 2014

Dabei verfolgt die Regierung nicht nur umweltpolitische Ziele. Im März 2012 hat das Ministery of Science and Technology beschlossen, China von einer „Großen Nation“ der Automobile zu einer „Starken Nation“ aufzubauen. Gemeinsam mit dem Ministery of Industry and Information Technology (MIIT) wurden die Gebiete definiert, die in Zukunft gefördert werden sollten. Dabei werden Hybridmodelle als energiesparsame Fahrzeuge mit einer Übergangstechnologie betrachtet, die deutlich weniger Fördermittel erhalten als die Elektrofahrzeuge (batterieelektrisch und Plug-in-Automobile). Im vergangenen Jahr kamen rund 75.000 Elektroautos neu auf die Straßen. Das Ziel der Pekinger Zentrale, von der großen zur starken Nation der Automobile zu werden, zeigt sich auch darin, dass die Kaufprämien ausschließlich für Modelle gilt, die in der Volksrepublik entwickelt und hergestellt werden. Aktuell erreichen chinesische Autokonzerne einen Marktanteil von 40 Prozent, der Rest liegt bei Herstellern mit ausländischer Beteiligung. Offensichtlich hat Peking nicht nur den heimischen Markt im Visier.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zum Beitrag schreiben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43741945 / Wirtschaft)