Nutzfahrzeugmarkt

Daimler Trucks kehrt in den Iran zurück

| Redakteur: Christian Otto

Könnten bald wieder das Straßenbild im Iran mitprägen: Lkw aus dem Hause Daimler.
Könnten bald wieder das Straßenbild im Iran mitprägen: Lkw aus dem Hause Daimler. (Foto: Daimler)

Die Sanktionen gegen den Iran sind gefallen und schon bietet sich den westlichen OEMs eine Chance für neue Geschäfte. Die Nutzfahrzeugsparte von Daimler will an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen.

Daimler Trucks stellt die Weichen für eine Rückkehr auf den iranischen Markt und hat dazu entsprechende Abkommen mit den lokalen Kooperationspartnern Iran Khodro Diesel (IKD) und der Mammut Group unterzeichnet. Mit IKD pflegt die Daimler AG laut eigenen Angaben bereits seit 50 Jahren erfolgreiche Geschäftsbeziehungen. Die IKD ist eine Tochtergesellschaft der Iran Khodro Industrial Group, dem größten Fahrzeughersteller in der Region Middle East North Africa (MENA) mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent im Iran.

Felder einer Zusammenarbeit sind ein Joint Venture für die lokale Produktion für Mercedes-Benz Lkw und Antriebskomponenten sowie die Gründung einer Vertriebsgesellschaft für Mercedes-Benz Lkw und Komponenten. Geplant ist darüber hinaus, dass Daimler wieder als Anteilseigner an dem früheren Motoren-Joint Venture Iranian Diesel Engine Manufacturing Co. (IDEM) auftritt. Darüber hinaus prüfen beide Partner den Aufbau eines Joint Venture für den lokalen Vertrieb von Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen.

Viel Nachholbedarf

Dr. Wolfgang Bernhard, Chef von Daimler Trucks, zeigt sich optimistisch: „Unsere Nutzfahrzeuge genießen im Iran seit jeher einen hervorragenden Ruf. Gleichzeitig besteht ein großer Nachholbedarf für Nutzfahrzeuge, allen voran Lkws. Mit Ende der Sanktionen nehmen wir deshalb unsere Geschäftstätigkeit im Iran zügig wieder auf.“

Der Iran bietet mit seinem Wachstumspotential nach dem Ende der langjährigen Sanktionen und dem anstehenden Nachholbedarf im Transportsektor vielversprechende Chancen. Trotz der Sanktionen zählte der Iran mit 415 Milliarden US-Dollar nominalem Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2014 zu den größten Volkswirtschaften des Mittleren Ostens. Hierbei macht die Industrie fast die Hälfte der iranischen Volkswirtschaft aus. Das Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel geht zudem davon aus, dass in den kommenden Jahren rund 200.000 Nutzfahrzeuge erneuert werden – davon alleine 56.000 in den nächsten drei bis fünf Jahren.

Chancen für Fuso

Erste Produktionsumfänge von Mercedes-Benz Actros und Axor-Lkw könnten entsprechend noch 2016 als CKD-Sätze (completely knocked down) ins Land geliefert werden. Zusätzlich verfolgen die Stuttgarter das Ziel, durch die Revitalisierung der Motorenkooperation mit IDEM und den Aufbau eines Vertriebs-Joint Venture seinen Marktauftritt lokal noch stärker zu verankern. Darüber hinaus strebt Daimler Trucks mit diesem gemeinsamen Vertriebs-Joint Venture zusätzlich eine Professionalisierung aller Sales- und After Sales-Aktivitäten im Iran an. Daimler Trucks beabsichtigt zudem, noch im ersten Quartal 2016 ein Repräsentanz-Büro in Teheran zu eröffnen

Neben den Plänen für Mercedes-Benz Lkw sieht der Hersteller auch große Chancen für Mitsubishi Fuso – insbesondere im leichten Lkw-Segment. Dort bietet Fuso mit dem Canter den erfolgreichsten Leicht-Lkw weltweit. Zur Erschließung dieses Marktes haben Daimler und Mayan für die Marke Fuso eine Liefervereinbarung unterschrieben. Mayan ist Teil der Mammut Group. Die Mammut Group mit Sitz in Dubai ist einer der größten Aufbauhersteller und Händlergruppen von Lkw im Mittleren Osten.

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