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Neuer Renault Mégane: auffällig

| Autor: Sven Prawitz

Seit dem Jahr 2016 ist die vierte Generation des Renault Mégane erhältlich.
Seit dem Jahr 2016 ist die vierte Generation des Renault Mégane erhältlich. (Bild: Sven Prawitz/Automobil Industrie)

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Die vierte Generation des Mégane hebt sich vor allem durch ihr Design von der Konkurrenz ab. Durch digitale Displays und eine spezielle Innenraumbeleuchtung möchte Renault zudem das Interieur aufwerten. Reicht das für eine Spitzenposition in der Kompaktklasse?

In der Kompaktklasse ist der Golf in Deutschland der Platzhirsch: Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) wurden im Jahr 2016 insgesamt 235.935 Einheiten verkauft. Das entspricht einem Marktanteil von über 27 Prozent in dieser Kategorie. Der Mégane, der seit Anfang 2016 in der vierten Generation verfügbar ist, liegt für den selben Zeitraum auf Platz elf mit 19.872 verkauften Einheiten. Entsprechend hat Renault den neuen Mégane auch positioniert – nach eigenen Angaben spricht der Mégane in erster Linie Autofahrer an, für die das Design wichtigstes Kaufkriterium ist. Das könnte den Franzosen auch gelingen: Der neue Renault Mégane ist schick geworden. Mit einer runden Optik und einem insgesamt schwungvollen Design hebt sich der Kompaktwagen deutlich vom VW Golf ab. Dem funktionellen und nüchternen Design des Wolfsburgers steht der Mégane mit temperamentvoller Linienführung und properen Proportionen an den Kotflügeln und dem Heck gegenüber. Allen, denen der Golf zu schlicht ist bietet Renault somit eine Alternative.

Stimmungsvolle Beleuchtung

Auch im Innenraum setzen die französischen Designer Akzente: Auffallend ist der große, hochkant eingebaute Bildschirm mit 22,1 Zentimeter Bildschirmdiagonale (8,7 Zoll). Im Gegensatz zu Tesla hat Renault den Touchscreen stimmig in die Mitte des Armaturenbretts integriert. Das zweite, auffallende Merkmal ist die Innenraumbeleuchtung an den Türen und der Mittelkonsole. Über die Multi-Sense genannte Funktion lassen sich die Farben Violett, Grün, Rot, Sepia und Blau einstellen. Doch Multi-Sense bewirkt noch mehr: Je nach Einstellung verändern sich auch Lenkverhalten sowie Motor- und Getriebeabstimmung. Irritierend ist nur, dass die Einstellung wieder auf den Ausgangszustand zurückgesetzt wird, sobald man den Motor abstellt. Das digitale Instrumentendisplay ist ebenfalls schön in diese Funktion integriert. Die Grundfarbe des TFT-Bildschirms passt sich der des Innenraums an – aber auch die dargestellten Informationen variieren. Der Tacho zeigt im Sportmodus zum Beispiel zentral die Geschwindigkeit und vereinfacht die abgegebene Leistung an – im Eco-Modus wird die Drehzahl mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch visualisiert.

Der Infotainment-Bildschirm lässt sich intuitiv bedienen – das Bedienkonzept ist stark an Android angelehnt. Per Fingerwisch lassen sich die Seiten durchblättern oder mit zwei Fingern vergrößern beziehungsweise verkleinern. Die Desktop-Seiten lassen sich individuell einstellen und mit verschiedenen Apps belegen. Einzig die Untermenüs sind merkwürdig verschachtelt und teilweise nicht selbsterklärend.

Sportliches Fahrgefühl

Unser Testwagen hatte einen 1,6-Liter-Turbo-Diesel, der maximal 96 Kilowatt (130 PS) leistet und bei 1.750 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern liefert. Durch das gut abgestimmte Fahrwerk liegt der Mégane sportlich auf der Straße und lässt sich angenehm fahren. Das bei der GT-Line serienmäßige Sportlenkrad und die Sportsitze sorgen vollends für ein sportliches Fahrgefühl. Natürlich schlägt sich ein allzu sportliches Fahrverhalten direkt im Kraftstoff-Verbrauch nieder: Renault gibt einen kombinierten Verbrauch von 4,0 Litern auf 100 Kilometer an. Während des Testzeitraums verbrauchte das Auto rund 5,7 Liter in der Stadt, etwa 6,7 Liter im Mix und 6,5 bis 7,5 Liter auf der Autobahn.

Renault bietet noch fünf weitere Turbo-Dieselvarianten und vier Turbo-Benziner an. Letztere decken das Leistungsspektrum von 74 kW bis 151 kW ab. Dieselfreunde können aus sechs Varianten wählen: die Basis bildet ein 1,5-Liter-Antrieb mit 66 kW. Das obere Leistungsspektrum bildet ein 120-kW-Motor. Neben dem Sechs-Gang-Schaltgetriebe bietet Renault ein Sechs-Gang- (Diesel) und ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Benzin) an.

Alles hat seinen Preis

Der Testwagen hatte die Ausstattungsvariante GT Line (26.790 Euro) mit dem Safe-Cruising-, Easy-Parking- und Alcantara-Paketen. Dazu noch das Renault R-Link 2, 18-Zoll-Leichtmetallräder und Metallic-Lackierung: In dieser Version kostet der Mégane 31.290 Euro. Die Basisversion gibt es laut Herstellerangaben ab 16.790 Euro.

Fazit

Die Extras beim Mégane haben ihren Preis – das Auto sieht in der Variante GT-Line jedoch sportlich aus und hebt sich deutlich von den anderen Fahrzeugen der Kompaktklasse ab. Die Fahreigenschaften sind sehr solide abgestimmt. Vor allem durch das Fahrwerk und die direkte Lenkung kommt ein sportliches Fahrgefühl auf. Einen Abzug gibt es für die schlecht umgesetzte Rückfahrkamera: Die Bildqualität ist sehr schlecht und jegliche Lichtquelle im Sichtfeld lässt das Bild so hell werden, dass nichts mehr zu erkennen ist. Das ist besonders Ärgerlich, weil bereits die Straßenbeleuchtung oder die Beleuchtung in Tiefgaragen dafür sorgen, dass die Rückfahrkamera nutzlos wird.

Die Verkaufszahlen im vierten Quartal des Jahres 2016 sind vielversprechend. Gut Möglich, dass sich der Absatz 2017 weiterhin gut entwickelt, denn der Renault Mégane ist eine Alternative zum VW Golf – vor allem, weil er durch seine emotionale Formensprache überzeugt.

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