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Detroit Motor Show 2016: Die Neuheiten

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Thomas Günnel

Die North American International Auto Show beginnt traditionell das Autojahr. Noch bis zum 24. Januar gibt es in diesem Jahr Fahrzeugpremieren und aktuelle Modelle zu sehen.
Die North American International Auto Show beginnt traditionell das Autojahr. Noch bis zum 24. Januar gibt es in diesem Jahr Fahrzeugpremieren und aktuelle Modelle zu sehen. (Foto: NAIAS)

Der traditionelle Start in das neue Autojahr ist die North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit. Premieren, Facelifts und aktuelle Modelle – ein Überblick.

Die nationale amerikanische Autoindustrie hat gerade das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte hinter sich gebracht: 17,4 Millionen verkaufte Autos waren fast sechs Prozent mehr als im Jahr 2014 und schoben das bisherige Rekordjahr 2000 auf Platz zwei. Auch die deutschen Hersteller konnten mit 1,4 Millionen US-Verkäufen das erfolgreichste Jahr ihrer Importgeschichte feiern. VDA-Präsident Matthias Wissmann: „Man muss klar sehen, die USA sind für uns einer der beiden wichtigsten Exportmärkte der Welt. Neben allem, was wir hier vor Ort produzieren, geht auch vieles aus Deutschland direkt in die USA.“

Detroit Motorshow: Auftakt ins Autojahr 2016

Ein paar Premieren hat Detroit allerdings eingebüßt – die Los Angeles Motorshow die vor gerade zwei Monate stattgefunden hat, kostet die Metropole im Bundesstaat Michigan wichtige Aufmerksamkeit. So fallen in diesem Januar die Neuigkeiten aus der Autowelt deutlich geringer aus als erwartet. Gerade das in Detroit gern verhätschelte Herstellerdreigestirn aus Ford, General Motors und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) bleibt hinter den Erwartungen zurück. Da ist der mächtige Großraumvan Chrysler Pacifica, der mit seinem variablen Innenraum und jeder Menge Platz für acht Personen für echte Aufmerksamkeit sorgt; auch weil der Familientransporter erstmals als Plug-In-Hybrid zu bekommen ist. Nach Europa kommt der bis zu 287 PS starke Schiebetürvan als Nachfahre des einst so erfolgreichen Voyagers nach der neuen Ausrichtung von FCA aber nicht mehr.

Pick Ups dominieren die Szene

Mit dem Chevrolet Bolt (150 kW, 320 km Reichweite und 30.000 Dollar) ist zumindest ein neuer Konkurrent für BMW i3 und Nissan Leaf entstanden. Weitere Premieren der amerikanischen Hersteller sind etwa der Chevrolet Cruze Hatchback oder die Modellpflege des Ford Fusion, der in Europa als Mondeo verkauft wird. „Unser Star auf der NAIAS ist der Fusion“, sagt Joe Hinrichs, von Ford of the Americas, „wir setzen verstärkt auf Plug-In-Hybriden; auch wenn die Nachfrage wegen der niedrigen Kraftstoffpreise aktuell gesunken ist.“ Ein paar Meter weiter zeigen Honda Ridgeline und die imposanten Kraftpakete Nissan Titan Warrior sowie Ford F-150 Raptor, dass Pick Ups in den USA die treibende Kraft sind. Der F-150 ist seit 39 Jahren der meistverkaufte Pick Up in den USA. Weltweit sieht es kaum anders aus: Alle 19 Sekunden wird ein Pick Up aus Dearborne verkauft.

Modell-Rundgang

Europäische Neuigkeiten

Geht es um die größte Aufmerksamkeit auf der Motorshow in der Cobo Hall, spielen die europäischen Hersteller in der ersten Reihe. Neben der komplett neuen E-Klasse präsentiert Mercedes gleich noch das Luxuscabrio AMG S 65 und von US-Sternchen Ryn Weaver besungen den neuen SLC-Roadster, der den bisherigen SLK ablöst. Audi legt seinen A4 Allroad nach und gibt mit dem H-Tron-Quattro-Konzept einen Ausblick in die Zukunft alternativer Kraftstoffe. Das Wasserstoffmobil wird von einer 110 Kilowatt starken Brennstoffzelle und einem 100-kW-Akkupaket angetrieben. Die theoretische elektrische Reichweite: 600 Kilometer. Porsche und BMW lassen es mit imposanten Kraftprotzen wie 911 Turbo S (580 PS), X4 M40i (360 PS) und dem pausbäckigen M2 (370 PS) kraftvoller denn je angehen.

Da kann allenfalls noch Lexus mit seinem 473 PS starken Luxuscoupé LC 500 mithalten. Während Volvo mit dem S90 den Limousinenbruder des erfolgreich gestarteten XC90 präsentiert, zeigt Fords Luxusableger Lincoln einen neuen Continental, der im Gegensatz zur eleganten Volvo-Limousine nicht nur von einem aufgeladenen Vierzylinder angetrieben wird. Schick: das neue Infiniti-Doppelpack aus Q50 / Q60 mit neuem V6-Doppelturbo.

Zwischen Demut und Optimismus laufen derzeit die öffentlichen Auftritte von Volkswagen ab. „2016 wird eines der wichtigsten Jahre für Volkswagen werden“, unterstreicht VW-Marken-Chef Herbert Diess. „Wir wollen die Dinge in Ordnung bringen und müssen das Vertrauen in unsere Marke zurückgewinnen.“ In sein US-Werk Chattanooga investiert Volkswagen 900 Millionen Dollar und schafft so unter anderem mit der Produktionslinie des US-SUV, das Ende 2016 seine Premiere feiert, 2.000 neue Arbeitsplätze. Produktseitig hält sich Volkswagen auf der NAIAS jedoch zurück: Immerhin belegt die Studie des Tiguan GTE Active Concept, dass die Wolfsburger die USA weiterhin im Blick haben und bald in jedem Segment ein SUV platzieren wollen.

Mit Kaufanreizen zu weiteren Rekorden

Den Aufstieg in die Luxusklasse will Hyundai mit seiner neuen Submarke Genesis schaffen. Der neue G90 macht zumindest Geschmack auf den Teilaufstieg. Ob das wie bei der Toyota-Tochter Lexus reicht, um wenigstens in den USA in der ersten Nobelliga mitzuspielen, muss die Zukunft zeigen. Die zeigt zumindest im Volumen auch 2016 nach oben.

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