BASF

Leichtbau durch bessere Simulation

07.04.2011 | Redakteur: Bernd Otterbach

BASF hat sein Simulationsinstrument Ultrasim weiter ausgebaut. Durch die verbesserte Simulation sollen Gewichtseinsparungen bei der Auslegung von Kunststoffbauteilen von bis zu 25 Prozent möglich sein.

Das betreffe die neuen Ultramid B High Speed-Typen (PA 6), teilte der Chemie-Konzern am Donnerstag mit. Der Vorteil des fließverbesserten Materials lasse sich durch die neuen Simulationsmethoden nutzen.

Darüber hinaus hat BASF das Produktspektrum der gut fließenden Polyamid 6-Familie um zwei Varianten erweitert: Zu Ultramid B3WG6 High Speed mit 30 Prozent Glasfasern kommt nun die mit 40 Prozent Glasfasern verstärkte Variante Ultramid B3WG8 High Speed sowie die verzugsarme Version Ultramid B3GK24 High Speed hinzu, die mit Glasfasern und Glaskugeln verstärkt ist.

Mögliche Anwendung für Ultramid B High Speed sind Pedale, Bauteilhalterungen und andere Fahrzeugkomponenten, die eine statische Last aushalten müssen.

Simultan statt nacheinander

Ultramid B High Speed fließe mindestens 50 Prozent weiter als Standard-PA6, so das Unternehmen weiter. Dadurch ließen sich die Wanddicken und damit das Gewicht eines Kunststoffbauteils deutlich verringern. Gleichzeitig müsse das geplante Bauteil jedoch die jeweiligen Mindestanforderungen an mechanische Eigenschaften wie zum Beispiel Steifigkeit erfüllen. Und schließlich soll sich das Bauteil auf einer Standard-Spritzgießmaschine problemlos verarbeiten lassen. Bisher lassen sich mechanische Leistungsfähigkeit und verarbeitungstechnische Randbedingungen nur nacheinander behandeln und verbessern. Das hat nicht nur die (CAE-)Entwicklung langwieriger gemacht, sondern auch zu zu schwer ausgelegten Kunststoffbauteile geführt.

Mathematische Bauteiloptimierung und integrierte Simulation

Durch die Erweiterung von Ultrasim kann BASF nun beide Teilschritte - Füllung und Mechanik - gleichzeitig am Computer verbessern. In die klassische integrative Simulation ist nun die mathematische Bauteiloptimierung integriert, so dass eine integrative Optimierung möglich ist. Jetzt kann das Bauteilgewicht minimiert werden, während gleichzeitig die mechanische Belastbarkeit - wie zum Beispiel maximale Durchbiegung - und Fertigungsparameter wie der maximal mögliche Einspritzdruck mit in die Verbesserung einfließen.


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