18.03.2009 | Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow
Der Rückgang bescherte dem Reifenhandel das zweite Rezessionsjahr in Folge, teilte der Reifenhändlerverband BRV mit. Und 2009 soll erneut „ein schwieriges Jahr“ werden.
Knapp 52,5 Millionen Kraftfahrzeugreifen setzte der Handel im vergangenen Jahr an private und gewerbliche Verbraucher ab, teilte der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) gestern in Bonn mit. Damit ging der Stückabsatz über alle Fahrzeugsegmente gesehen im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,5 Millionen zurück, was dem Reifenfachhandel bereits das zweite Rezessionsjahr in Folge bescherte.
„Wenn es überhaupt einen positiven Aspekt hinsichtlich der Geschäftsentwicklung des Jahres 2008 gibt, dann die Tatsache, dass der Ende 2007 extrem hohe Lagerbestand an Pkw-Reifen knapp zur Hälfte abverkauft wurde“, kommentierte Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des BRV, die Zahlen.
Im Segment der Pkw-Reifen sank der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3,7 Prozent auf 44,87 Millionen. Darunter waren 21,35 Millionen Winterreifen (minus 3,4 Prozent) und rund 23,5 Millionen Sommerreifen (minus vier Prozent). Einzig positiv entwickelte sich mit einem Plus von 19,4 Prozent erneut der Absatz von Runflat-Reifen. Der Anteil dieser Warengruppe ist mit unter einem Prozent aber nach wie vor sehr gering, und auch das Wachstum hat sich gegenüber den 35 Prozent von 2007 deutlich abgeschwächt.
War die Absatzentwicklung bei Nutzfahrzeugreifen in den vergangenen zwei Jahren noch erfreulich, so trüben jetzt rückläufige Verkaufszahlen die Stimmung. Nach einem Plus von 2,4 Prozent 2007 ging der Absatz von Lkw-Reifen im vergangenen Jahr um 14,1 Prozent zurück; 1,81 Millionen Neureifen (minus 13,4 Prozent) und 1,18 Millionen runderneuerte Reifen (minus 15,1 Prozent) wurden verkauft. Ebenso erging es dem Segment Leicht-Lkw: Mit 2,63 Millionen Neu- und 0,05 Millionen runderneuerten Pneus kauften die Kunden 9,8 Prozent weniger als 2007.
Die Prognose für 2009 fiel dem BRV angesichts der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation schwer. „Fest steht lediglich: Das Jahr wird schwierig. Wer das Niveau von 2008 halten kann, wird sich wahrscheinlich schon zu den Gewinnern zählen können“, sagte Hülzer.
Speziell das Llkw- und Lkw-Reifengeschäft könnte aufgrund der schlechten Aussichten für das Speditionsgewerbe um 15 bis 20 Prozent schrumpfen. Im Pkw-Segment verschiebt die „Abwrackprämie“ bei vielen Autofahrern den Reifenersatzbedarf in die Zukunft, da sie ihren Gebrauchtwagen gegen einen Neuen eintauschen. Hülzer: „Ein Absatzminus von durchschnittlich 3,5 Prozent im Pkw-Reifenersatzgeschäft ist unser ‚Best Case‘-Szenario für 2008. Wahrscheinlicher jedoch erscheint uns ein erneuter Rückgang von sechs bis sieben Prozent.“
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