Alternative Antriebe

Hybrid-Zulieferer: Das Hightech-Geheimnis

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Viele Automobilhersteller nennen die Zulieferer ihrer Hybridmodelle nicht – stellen aber deren Techniken in ihren eigenen Fahrzeugen vor. Beim Porsche Panamera S E-Hybrid gelang ein Blick hinter den Vorhang.
Viele Automobilhersteller nennen die Zulieferer ihrer Hybridmodelle nicht – stellen aber deren Techniken in ihren eigenen Fahrzeugen vor. Beim Porsche Panamera S E-Hybrid gelang ein Blick hinter den Vorhang. (Foto: Porsche)

PSA Peugeot Citroen stellte die „Hybrid Air“-Technology vor – und ließ dem Entwicklungpartner Bosch die verdiente Aufmerksamkeit zukommen. Andere Unternehmen, zum Beispiel Porsche, nennt offiziell keine Hightech-Partner etwa beim Panamera S E-Hybrid. – Wir haben recherchiert und nennen Hightech-Lieferanten der noblen Hybrid-Sportlimousine, mit teils überraschendem Ergebnis.

Der Kunde soll den Blick fest auf das Produkt heften. Dabei dürfte doch die Bekanntgabe von Kooperationen mit namhaften Zulieferern im Bereich Elektro- und Hybrid-Technologie nicht stören. Wer die Hightech-Partner der Hersteller sind, ist für die meisten Neuwagenkäufer unklar. Für sie gilt in der überwiegenden Mehrzahl: Die Fahrzeuge kommen vom Autohersteller und Firmen wie Bosch liefern Kfz-Teile und Zubehör, Continental Reifen und ZF Getriebe. Dass dies längst der Vergangenheit angehört, zeigt jedes neu vorgestellte Auto. Denn die genannten Unternehmen entwickeln seit Jahrzehnten Hightech-Produkte, stehen damit weltweit in der Spitzengruppe der Zulieferer und befeuern mit ihren Innovationen die Elektro- und Hybridantriebe der Automobilhersteller. Doch der Einkäufer hat das Sagen, deshalb stellen die Hersteller neue Modelle ins Scheinwerferlicht ohne die Hightech-Partner zu nennen – aber die fahren dennoch aus dem Schatten.

„Hybrid Air“-Technik

Bei der von PSA Peugeot Citroen präsentierten „Hybrid Air“-Technik bekennt sich anders als andere Autohersteller der französische Konzern bei der Vorstellung offen zu seinem Entwicklungspartner Bosch, mit dem diese Technik seit zwei Jahren gemeinsam entwickelt wird. Bei der „Hybrid Air“-Technologie ersetzt ein „Blasenspeicher“ mit Druckluft die Hochvoltbatterie und ein Hydraulikantriebssystem den Elektromotor. Der neuartige Hybridantrieb für Pkw gewinnt Bewegungsenergie zurück, etwa beim Bremsen, in dem die Hydraulikflüssigkeit eine mit Stickstoff (N2) gefüllte Gummiblase in einem Stahlbehälter (Blasenspeicher) zusammenpresst und so die Energie speichert.

Dehnt sich die Gummiblase aus, treibt der Druck (100 bis 350 bar) mittels Hydraulikflüssigkeit und Hydraulikmotor die Räder an. Stets schnell gespeichert und schnell wieder freigesetzt wird laut PSA mit der im sogenannten Blasenspeicher steckenden Energie bis zu 30 Prozent weniger Benzin im obligatorischen EU-Fahrzyklus verbraucht und bis zu 45 Prozent im reinen Stadtverkehr. Kleinwagen wie Citroen C3 und Peugeot 208 sollen mit 2,9 Liter je 100 Kilometer auskommen (69 Gramm CO2 je Kilometer).

In Serie fährt „Hybrid Air“ laut Peugeot im Jahr 2016. Der Entwicklungspartner Bosch baut derzeit seine Kapazität in dem Bereich aus.

„Keine Angaben zu unseren Lieferanten“

Anders als bei den PSA fokussieren die Hersteller meist alles Interesse auf ihr neues Modell, bei Fragen zu den Entwicklungspartnern heißt es dann, „Wir machen keine Angaben zu unseren Liefe ranten“. So bei der Präsentation des Porsche Panamera S E-Hybrid. Der erste Plug-in-Hybrid in der Oberklasse und dann noch in einer Sportlimousine, da reizt es zu wissen, wer zu den Hightech-Partner zählt und wer nicht. Da werden Typenschilder und teils schnelle Antworten von Porsche-Ingenieuren zu Lieferanten aussagekräftig.

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