Fahrbericht

Hyundai i30: Europäischer Koreaner

| Autor: Jens Scheiner

Hyundai hat seinem Erfolgsmodell i30 ein Facelift spendiert. Wir fuhren das Modell mit 100kW/136 PS und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
Hyundai hat seinem Erfolgsmodell i30 ein Facelift spendiert. Wir fuhren das Modell mit 100kW/136 PS und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. (Foto: Hyundai)

Im Jahr 2011 präsentierte Hyundai die zweite Generation des i30 auf der IAA in Frankfurt. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen und die Koreaner haben ihrem Kompakten ein Facelift spendiert. Wir haben den i30 unter die Lupe genommen.

Der Hyundai i30 war 2011 der heimliche Star auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt. Als der damalige VW-Chef Martin Winterkorn ein Lenkungsdetail des Golf-Konkurrenten unter die Lupe nahm, konnte er sich einen Seitenhieb an seinen Chefdesigner nicht verkneifen: „Da scheppert nix! Warum kann´s der?! BMW kann´s nicht, wir können´s nicht!“ Die Antwort: „Wir hatten ja mal eine Lösung gehabt, die war zu teuer ...“ Und genau da punktet Hyundai, denn der i30 startet in der Basisversion schon bei 15.930 Euro. Der VW Golf kostet mit Standardausstattung 17.850 Euro und der Opel Astra 16.990 Euro.

Koreaner mit europäischem Look

Optisch braucht sich der i30 nicht zu verstecken, sticht aber auch nicht sonderlich unter den Kompakten ins Auge. Was aber deutlich auffällt ist der „Europäische Look“. Das Fahrzeug wurde in Frankfurt designt, in Rüsselsheim entwickelt und in Tschechien gebaut. Neu beim Hyundai ist der große Hexagonal-Kühlergrill, er unterscheidet sich klar von seinem Vorgänger. Auch die Farbpalette wurde aufgefrischt: Neu im Sortiment ist Polar White und Orange Caramel. Radkappen und Leichtmetallfelgen gibt es ebenfalls im neuen Design. Die Schwungvoll gestylten Scheinwerfer und Nebelscheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht haben die Designer weitestgehend vom alten i30 übernommen. Ein Update bekam allerdings die Lichttechnik: Je nach Modell erhellen nun Bi-Xenon-Scheinwerfer die Straße und diese erhöhen die Ausleuchtung deutlich. Bei Testfahrten durch die Nacht war die Fahrbahn jederzeit hell erleuchtet. Dank des dynamischen Kurvenlichts war man in Kurven immer einen Blick voraus.

Aufgewertetes Interieur

Nicht nur beim Exterieur, auch beim Interieur haben die Asiaten gelernt. Wo früher die Materialqualität oft zu Wünschen übrig ließ, wirken die Materialien jetzt hochwertig, die Verarbeitung stimmt. Da scheppert nix, möchte man fast sagen. Das zentrale sieben Zoll (17,8 cm) große Display des Radio-Navigationssystems ist auf dem aktuellen Stand der Technik und einfach zu bedienen. Trotz vieler kleiner Knöpfe wirkt das Cockpit aufgeräumt. Lediglich das in Leder gefasste Lenkrad ist etwas unübersichtlich und bedarf vor der Fahrt einer genauen Inspektion der Funktionen. Eine davon ist das sogenannte „Flex Steer System“. Die Lenkunterstützung lässt sich je nach Bedarf für das Ein- und Ausparken (Komfort), für Stadt- und Landfahrten (Normal) oder für die Autobahn (Sport) anpassen. Bei unserem Test konnten wir lediglich eine merkliche Veränderung beim Einparken feststellen. Landstraße und Autobahn haben sich vom Handling kaum unterschieden. Dennoch arbeitet die Lenkung präzise, die Federung könnte allerdings etwas straffer sein.

Guter Komfort

Neben der Lenkunterstützung sind noch weitere Assistenzsysteme zu den bereits vorhandenen hinzugekommen: Nachgerüstet wurden ein Spurhalteassistent und eine automatische Einparkautomatik. Der Komfort beim facegelifteten Kompakten kommt auch nicht zu kurz. Der Einstieg vorne und hinten erfolgt durch die weit aufklappbaren Türen mühelos. Das Platzangebot im Fond ist selbst für 1,80 cm große Menschen völlig ausreichend, gleiches gilt für hinten. Die beheizbaren Vordersitze bieten bei scharfen Kurven einen guten Seitenhalt und lassen sich neuerdings optional auch kühlen. Die Geräuschdämmung wurde ebenfalls verbessert. Im Test waren die Motor- und Fahrgeräusche des i30 Style mit Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und 100 kW/136 PS sehr zurückhaltend.

Sieben Motoren zur Auswahl

Die Motorenpalette des i30 ist groß: Zur Auswahl stehen drei Benziner mit Leistungen von 74 kW/100 PS bis 99 kW/135 PS. Beim Diesel gibt es ebenfalls drei Motorisierungen von 66 kW/ 90 PS bis 100 kW/136 PS. Serienmäßig übernimmt ein Sechsgang-Schaltgetriebe die Kraftübertagung. Für den 1,6-Liter-Diesel und Benziner steht alternativ ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bereit. Das Topmodell ist der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 137 kW/186 PS. Der i30 Turbo benötigt für den Sprint von 0 auf Tempo 100 acht Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 219 km/h. Der Sportler soll 7,3 Liter für 100 km verbrauchen. Der Verbrauch des von uns getesteten blue 1,6 CRDi Diesel soll laut Hyundai zwischen 3,9 und 4,6 Litern auf 100 km liegen. Tatsächlich waren es 7,0 Liter – wobei sich hier große Streckenanteile Stadtverkehr auswirken. Der CO2-Ausstoß soll bei 109 g/km liegen.

Wie Anfangs erwähnt, punktet Hyundai neben dem Preis mittlerweile auch mit Komfort und Ausstattung. Doch je umfangreicher die Extras, desto teurer wird letztendlich das Fahrzeug. Der von uns getestete Hyundai i30 Style ist ab 23.800 Euro zu haben. Zwar nicht ganz so preiswert wie die Basisversion aber mit dieser Ausstattung immer noch günstiger als die Konkurrenz von Opel und Volkswagen.

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