Fiat

Übernahme von Chrysler bis Ende 2011

26.04.2011 | Autor / Redakteur: dpa / Catharina Weber

Fiat-Chef Sergio Marchionne will mit Chrysler einen neuen globalen Autokonzern schmieden. Nun steht der Zeitplan: Bis zum Jahresende will Fiat die Mehrheit an dem US-Autohersteller übernehmen.

Fiat macht ernst auf dem Weg zum globalen Autokonzern: Bis zum Ende dieses Jahres will der italienische Konzern die Mehrheit beim US-Autohersteller Chrysler übernehmen. Bereits in den kommenden Monaten stockt Fiat seine Beteiligung an Chrysler von derzeit 30 Prozent auf 46 Prozent auf. Fiat werde seinen Anteil an Chrysler für rund 1,27 Milliarden Dollar (rund 0,88 Milliarden Euro) um weitere 16 Prozent erhöhen, sobald Chrysler seine Regierungsschulden zurückzahle, hieß es am Donnerstag aus der Konzernzentrale in Turin.

Dies werde schon im Laufe des zweiten Quartals 2011 geschehen. Bis zum Jahresende dann will Fiat weitere fünf Prozent an Chrysler übernehmen und damit dann die Mehrheit halten. Fiat-Chef Sergio Marchionne ist dabei „ziemlich optimistisch“, die Ausgaben dafür durch eine erhöhte Durchschlagskraft bewältigen zu können – ohne Folgen für die in Turin gesteckten Ziele für das laufende Jahr. „Wir stehen bereit, die Kontrolle zu übernehmen“, unterstrich Marchionne am Donnerstag. Es wäre absurd, diesen Zusammenschluss nicht voranzutreiben, so meinte er, „wichtiger als die Integration auf rechtlicher Ebene ist dabei jedoch die operative Integration.“

„Eine historische Etappe“ nannte Fiat-Präsident John Elkann die angekündigte Übernahme. Dieser Weg habe die volle Unterstützung der Fiat-Familie Agnelli. „Mein Großvater hätte das mit einem breiten Lächeln gutgeheißen“, sagte Elkann über den legendären Fiat-Chef Gianni Agnelli. Chrysler, bis 2007 neun Jahre lang Teil einer Fusion mit Daimler, ist bei den Regierungen der USA und Kanadas derzeit noch mit sieben Milliarden Dollar verschuldet. Die Regierungen hatten den Autohersteller 2009 gestützt und vor der Pleite bewahrt. Die Refinanzierung der Schulden war stets Voraussetzung für eine Übernahme gewesen.

Der Fiat-Chef geht nach früheren Aussagen davon aus, dass weltweit nur sechs Autokonzerne langfristig überleben. Dafür sei eine Jahresproduktion von bis zu sechs Millionen Autos nötig. Dieses Ziel will Marchionne zusammen mit Chrysler bis 2014 erreicht haben. Derzeit kommen Fiat und Chrysler zusammen auf einen Jahresabsatz von mehr als drei Millionen Autos, rund 1,1 Millionen davon entfallen auf Chrysler. Zum Vergleich: Toyota lag 2010 bei 8,42 Millionen Autos, Volkswagen bei 7,14 Millionen.

Fiat hatte seinen Anteil an Chrysler bereits in der vergangenen Woche planmäßig von 25 auf 30 Prozent aufgestockt. De facto kontrollieren die Italiener den Detroiter Autohersteller bereits seit dem Neustart nach der Insolvenz vor anderthalb Jahren. Auch bei einem möglichen Chrysler-Börsengang habe Fiat ein Vetorecht, so Marchionne.

Am Mittwoch hatte der Turiner Traditionskonzern nach einem positiven ersten Quartal seine Prognose für das laufende Jahr bekräftigt. Beim Betriebsgewinn peilen die Italiener 0,9 bis 1,2 Milliarden Euro an.

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