Adaptive Motorsteuerung

Conti-Sensor misst Spritqualität

05.10.2011 | Redakteur: Bernd Otterbach

Der Conti-Kraftstoffqualitätssensor soll Motor und Umwelt schützen.

Continental hat das Konsortium IQ Fuel gegründet, um einen Kraftstoffqualitätssensor zu entwickeln. Der Sensor soll helfen, die Motorsteuerung an die jeweilige Spritgüte anzupassen.

Darüber hinaus könne der „Fuel Quality Sensor“ auch Verunreinigungen wie etwa Schwefel und Wasser erkennen, teilte der Zulieferer mit. Auf diese Weise ließen sich Motorkomponenten und Teile der Abgasnachbehandlung schützen. Anfang 2012 will Continental funktionsfähige Muster des Mikrosensorsystems an Kunden ausliefern.

„Motorsteuerungen haben es heute mit einer wachsenden Vielfalt an Kraftstoffqualitäten zu tun“, erläutert Klaus Hau, Leiter des Continental Geschäftsbereiches Sensors & Actuators. Dadurch verursachte Schwankungen bei Kraftstoffeigenschaften, die die Verbrennung und die Emissionen beeinflussen, haben zur Folge, dass man messen müsse, was in den Brennraum eingespritzt werde. „Tun wir das nicht, bleiben Schwankungen unerkannt, die sowohl den Wirkungsgrad des Motors verschlechtern als auch unnötig hohe Emissionen verursachen können, so Hau weiter.

Sensor erkennt Kraftstoffmerkmale

Der Sensor ist eine Lösung in Embedded-Technologie. Er verwendet einen MOEMS-Baustein („Mikro OptoElektroMechanischer Sensor“), um die Kraftstoffzusammensetzung mittels Messung der Licht-Transmission im infraroten Bereich des Spektrums zu bestimmen.

Mit diesem optischen Messverfahren lassen sich Kraftstoffmerkmale wie Dichte, Heizwert, Cetan- und Oktanzahl, Schwefelgehalt, Viskosität bestimmen. Mit nur einer Sensorhardware lassen sich Diesel- und Ottomotoranwendungen abdecken. Die Sensorwerte werden von eingebetteten chemiometrischen Modellen analysiert, die auf der Basis jeweils eines spezifischen Merkmals den Kraftstoffanteil vorhersagen.

Adaptive Motorsteuerung möglich

Nach der Installation überwacht das Mikrosensorsystem die Zusammensetzung des jeweiligen Kraftstoffs und stellt diese Daten dem Motorsteuergerät zur Verfügung. Neu entwickelte Softwaremodule für das Motorsteuergerät EMS 3 sollen laut Continental in der Lage sein, Zeitpunkt und Menge der Einsprizung anzupassen. Gerhard Böhm, Leiter des Continental Geschäftsbereiches Engine Systems, erklärt dazu: „Unabhängig davon, wie die Anforderungen einzelner Fahrzeughersteller aussehen, wird der intelligente Kraftstoffqualitätssensor den Einstieg in eine adaptive Motorsteuerung ermöglichen.“

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