Logistik

Ingenics AG unterstützt MAN bei Sequenzierzentrum für die Motorenmontage

| Redakteur: Christian Otto

Bei MAN in Nürnberg wurden die Abläufe in der Montage gezielt optimiert.
Bei MAN in Nürnberg wurden die Abläufe in der Montage gezielt optimiert. (Foto: MAN Truck & Bus AG)

Unterstützt von der Ingenics AG baute die MAN Truck & Bus AG am Standort Nürnberg ein Sequenzierzentrum nach Lean-Gesichtspunkten zur optimierten Versorgung der Montagebänder. Das zusätzliche externe Expertenwissen sollte die von MAN selbst angestoßenen Optimierungsanstrengungen abrunden.

Der Geschäftsbereich Logistikplanung spielt für Ingenics laut eigener Angaben eine zunehmend wichtige Rolle. Grund dafür sei, dass die Bedeutung der Logistik für viele produzierende Unternehmen als Faktor für den Unternehmenserfolg wächst. Ingenics analysiert, plant und realisiert Logistikstrukturen, um die Material- und Informationsflüsse nach der Lean-Philosophie zu gestalten. Dadurch soll zudem die komplette Supply Chain im Sinne des Prozessdenkens konsequent auf Wertschöpfung ausgerichtet werden. Das Unternehmen begleitet die Umsetzung und schult dabei die Teams. Ziel sei laut Ingenics eine kontinuierliche Verbesserung.

Bei der MAN Truck & Bus AG am Standort Nürnberg, wo Motoren für Lkw und Omnibusse hergestellt werden, war der Engineering-Experte Robert Kothmayer als Berater ein Jahr lang regelmäßig vor Ort. Er begleitete die Realisierung des von Dr. Jens Nitsche (Ingenics Partner und Director Business Unit) geleiteten Projektes, das ein neues zentrales Sequenzierzentrum zur Versorgung der Motorenmontage zum Ergebnis hatte.

Vorarbeit von MAN

Im Bereich der Lagertechnik wurden standortverändernde Lösungen erarbeitet: Die vollautomatische Beladung der Fächerwagen für Kleinteileladungsträger (KLT), bei der der Commissioner die KLT ohne Zwischenlagerung aus dem Shuttle-Wagen abgibt, sowie die automatische Depalettierung, die gemeinsam mit dem Anbieter des Automatischen Kleinteilelagers (AKL) auf MAN zugeschnitten wurde. „Die originalverpackten KLT werden mit Greifer und Sauger gegriffen, vereinzelt und für die Fördertechnik auf einen Tablar gesetzt, wobei auch das Tablar-Handling voll automatisiert ist“, erklärt Kothmayer.

Ehe Ingenics ins Spiel kam, hatte man bei MAN bereits umfassende Optimierungsanstrengungen unternommen. „Unsere Ausgangssituation war die, dass das Material nach dem Push-Prinzip vom Hochregal ans Band geliefert wurde; bandnahe Regale waren maximal vollgepackt“, erklärt Fabian Leitschuh, MAN Projektleiter für das Sequenzierzentrum. Unter diesen Umständen seien die Optimierungsmöglichkeiten schließlich aus-geschöpft gewesen. So habe man die Regale abgebaut, statt des Staplerverkehrs einen getakteten Routenverkehr eingeführt und begonnen, das Band sequenziert zu beliefern. Um die Zahl der Fahrten und Kreuzungsverkehre zu reduzieren, erfolgte die KLT-Versorgung nun nach dem Milkrun-Prinzip. „Wir stellten aber fest, dass die Ressourcen der Logistik nicht ausreichten, um die Sequenzierung für das komplette Band optimal abzudecken“, sagt Leitschuh. „Wir holten Ingenics ins Boot, als wir beschlossen, unsere Sequenzierung in einem zusätzlichen Neubau durchzuführen.“

Fachwissen vom externen Partner

Die Bedarfsermittlung ergab, dass man mit der zur Verfügung stehenden Grundfläche von 50 auf 110 Meter nur auskommen würde, wenn zweigeschossig gebaut würde. Nachdem man sich für ein AKL mit Schmalgängen entschieden hatte, erfolgten die Ausschreibungen und Angebotsvergleiche für die Lagertechnik (Schmalgangregale, Krananlagen/Hebezeuge, Routenzüge).

Mittlerweile stehen 65.000 Behälterstellplätze des AKL zur Befüllung bereit; Roboter packen Paletten aus und setzen die KLT auf die Fördertechnik, der Platz wird optimal ausgenutzt. „Ohne Ingenics hätte uns das Fachwissen zum Thema AKL gefehlt“, meint Leitschuh. „Allein die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen war eine Riesenaufgabe.“ Auch beim Projektmanagement sei der Ingenics-Berater unverzichtbar gewesen. Er habe durchweg ein gutes „Standing“ gehabt, weil ihm als Externem niemand Abteilungssicht oder Tunnelblick unterstellen konnte.

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