Leichtbau-Gipfel 2016

Jaguar F-Pace: Leichtbau als Messlatte

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Antony Riley von Jaguar Land Rover erklärt die Architekturvorteile durch den neuen Materialmix des neuen SUV Jaguar F-Pace.
Antony Riley von Jaguar Land Rover erklärt die Architekturvorteile durch den neuen Materialmix des neuen SUV Jaguar F-Pace. (Foto: Bausewein)

Mit dem Jaguar F-Pace hat Jaguar Land Rover sein modernstes Leichtbauchassis vorgestellt. Der verantwortliche Aluminium Projektmanager Antony Riley erklärte auf dem Leichtbau-Gipfel 2016 die Hintergründe.

Der neue Jaguar F-Pace ist das jüngste Modell der Jaguar Land Rover (JLR) Modellpallette und besitzt das modernste Leichtbauchassis des britischen Automobilherstellers. Die D7-Architektur des neuen SUV entspricht den Limousinen-Modellen XE und XF; die Rohkarosse wiegt lediglich 298 Kilogramm. Antony Riley, verantwortlicher Aluminium Projektmanager des Automobilherstellers Jaguar Land Rover, erklärt auf dem Leichtbau-Gipfel 2016 die Ziele bis zum Jahr 2020. Bei 500.000 gefertigten Fahrzeugen bestehen in diesem Jahr rund 40 Prozent nahezu aus Aluminium. Im Jahr 2017 sollen es bereits 60 Prozent sein. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen bis zu 300 Kilogramm Gewicht durch Leichtbau aus den Fahrzeug-Architekturen herausnehmen und durch einen Materialmix aus Aluminium, Magnesium und hochfesten Stähle ersetzen.

Aluminium bereits historisch belegt

Dabei ist Leichtbau und insbesondere der Werkstoff Aluminium für JLR keine Entwicklung der Neuzeit. Schon im Jahr 1948 startete die Fertigung der Land Rover Serie I, des heutigen Defenders, mit einer Karosserie aus Aluminium auf einem Stahlrohrrahmen. Heute fertigt JLR am Standort Solihull deutlich moderner und achtet nicht nur auf die Gewichtsreduktion, sondern auch das Kosten/Leistungs-Verhältnis.

Leichter aber keine Kompromisse

Die D7-Architektur des Mittelklassemodells XE konnte beim NCAP-Crashtest fünf Sterne verbuchen und wurde zudem als bestes Fahrzeug seiner Klasse gewertet. Riley erklärt, dass JLR die Karosserie beim F-Pace nochmals versteifte und weiter im Gewicht reduzierte. So konnte die verwendete B-Säule mittels 6xxx Alumium nicht nur sehr leicht sondern auch sehr steif gestaltet werden, ohne Kompromisse in der Crashsicherheit eingehen zu müssen. Im Vergleich zu den beiden Limousinen XE und XF gelang es JLR bei einem akzeptablen Kosten/Nutzen Verhältnis die Bauteile nochmals leichter zu konstruieren.

Leichtbau als Messlatte

Zusammen mit der Limousine XE fertigt JLR den F-Pace zeitgleich auf der Linie im Werk Solihull. In den letzten Jahren hat das Unternehmen intensiv in die Leichtbaukompetenz investiert und sieht hier auch seine größte Benchmark im Vergleich zum Wettbewerb. Der F-Pace ist für Riley aktuell der größte Wurf in Sachen Leichtbau, doch das nächste zur Entwicklung anstehende – noch unbekannte – Modell soll die Messlatte weiter höher legen.

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