Wirtschaft

Joyson kauft US-Zulieferer KSS

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Nach der Übernahme von Preh (2011), Quin (2015), Technisat Automotive (2016) hat Joyson Electronics sich auch den US-Zulieferer KSS gesichert.
Nach der Übernahme von Preh (2011), Quin (2015), Technisat Automotive (2016) hat Joyson Electronics sich auch den US-Zulieferer KSS gesichert. (Foto: KSS)

Der chinesische Automobilzulieferer Joyson Electronics hat den börsennotierten US-Sicherheitsspezialisten KSS (Key Safety Systems) aufgekauft. Nach der Übernahme der Preh Technisat Car Connect GmbH ist Joyson somit weiter auf Einkaufstour.

Joyson Electronics hat den US-Zulieferer Key Safety Systems (KSS) übernommen. Das global agierende Unternehmen ist eines der weltweit führenden Firmen für aktive und passive Sicherheitstechniken. KSS entwickelt und liefert für Automotive, Luft- und Raumfahrt sowie Industrieanwendungen. Zum Automotive-Portfolio gehören beispielsweise Airbags, Sicherheitsgurte oder auch Fahrerassistenzsysteme, HMI-Konzepte (Human Machine Interface) und Sensorik. KSS mit Hauptsitz in Sterling Heights, Michigan/USA, hat 34 Entwicklungs- und Fertigungsstandorte in Asien, Europa –unter anderem Deutschland – sowie Nord- und Südamerika.

Kaufpreis 820 Millionen Euro

KSS hat weltweit rund 10.000 Mitarbeiter. Mit dem neuerlichen Deal beschäftigt die Joyson Electronics Corporation weltweit nun 20.000 Mitarbeiter. Der Umsatz steigt auf rund 2,7 Milliarden Euro. Der Verkaufspreis von knapp 820 Millionen Euro wird mit der Übernahme des Aktienpakets abgehandelt; der Verkaufsprozess soll bis Mitte 2016 abgeschlossen sein. KSS ist aktuell noch in den Händen mehrerer Finanzinvestoren aus den USA und Hongkong sowie dem eigenen Management.

Weiteres Wachstum prognostiziert

Joyson-Chef Jeff Wang erklärte, dass KSS auch in Zukunft als eigenständige Konzerngesellschaft betrieben werden soll und keine grundlegenden Umstrukturierungen vorgesehen sind. So bleibt der Hauptstandort weiterhin in Michigan beheimatet und die Führung in der Verantwortung von Jason Luo. Der Präsident und CEO ist bereits seit 18 Jahren im Unternehmen und seit 2007 an der Spitze von KSS. Der Chinese konnte in den vergangenen Jahren ein Wachstum von 20 Prozent pro Jahr vermelden und will die Zahl in den kommenden Jahren noch erhöhen. Jeff Wang: „Ich bin besonders von der Aussicht begeistert, dass wir uns mit dem Zukauf in der aktiven Sicherheit, dem automatisierten Fahren und bei den HMI-Konzepten weiterentwickeln.“

Auch Technisat Automotive übernommen

Schon im vergangenen Jahr hatte Wang gegenüber »Automobil Industrie« erklärt, dass er nach seiner Übernahme des deutschen Automobilzulieferer Preh im Jahr 2011 und der Mehrheitsbeteiligung an der Quin GmbH im Jahr 2015 weitere hochspezialisierte Unternehmen aus der Automobilbranche übernehmen wolle. Mit KSS und der erst vor kurzem erfolgten Übernahme von Technisat Automotive hat Wang seinen Worten Taten folgen lassen.

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