Fahrerassistenzsysteme

Kamera-Monitor-Systeme: Entspiegelt

| Autor / Redakteur: Gernot Goppelt / Thomas Günnel

Der elektronische Rückspiegel im BMW i8 ist etwas größer als ein konventioneller Innenspiegel.
Der elektronische Rückspiegel im BMW i8 ist etwas größer als ein konventioneller Innenspiegel. (Foto: Fabian Kirchbauer)

Kamera-Monitor-Systeme könnten schon in wenigen Jahren den klassischen Außenspiegel ersetzen. Dabei geht es nicht nur um eine bessere Aerodynamik oder verbesserte Sicht: Der elektronische Außenspiegel ist ein weiterer Baustein vernetzter Fahrzeugtechnik.

Außenspiegel sind schon länger im Visier der Aerodynamiker, sie stellen sich beim Bemühen um weniger Verbrauch sprichwörtlich quer. Eine Alternative sind kleine Kameras in Verbindung mit Displays im Innenraum. BMW präsentierte auf der CES in Las Vegas die Vorzüge der Technik: Am BMW i8 Mirrorless sind zwei kleine Kameras anstelle der beiden Außenspiegel montiert, dazu eine weitere Kamera am oberen Rand der Heckscheibe. Die Bilder werden anstelle des Innenspiegels auf einem freischwebenden Display zusammengeführt und dargestellt. Die Kameras erlauben ein Bild zusammenzusetzen, das einen größeren Blickwinkel erfasst, als es ein konventioneller Spiegel könnte. Situationsbedingt lassen sich Warnhinweise ergänzen, oder der Blickwinkel einer bestimmten Verkehrssituation anpassen. Allerdings muss genau abgewogen werden, wann Kameras und Displays eine sinnvolle Alternative zum althergebrachten Spiegel aus Glas sind. Kamera-Monitor-Systeme ermöglichen eine Kontrast- und Helligkeitskorrektur, können Gegenlicht kompensieren und bieten eine freie Blickwinkelwahl.

Sie haben aber auch Nachteile: Artefakte oder Nachzieheffekte, verschmutzte Kameras – oder gar ein kompletter Systemausfall mangels Strom, wegen Kälte oder elektromagnetischer Störungen. Continental hat verschiedene Techniken vorgestellt, die Außen- und Innenspiegel ersetzen könnten. Als einen wichtigen Vorteil nennt Marc Simon, Projektleiter Mirror Replacement bei Conti Chassis&Safety, die Möglichkeit zur Objekterkennung und -klassifikation für zukünftige ADAS-Funktionen. Continental sieht „digitale Spiegel“ als Teil einer Mensch-Maschine-Schnittstelle, bei der die vorhandene Hardware und Software durch Vernetzung dynamisch an die Bedürfnisse des Fahrers angepasst wird. Hier liegt auch perspektivisch ein großer Nutzen. Denn Camera Monitor Systems (CMS) dienen nicht nur einer besseren Aerodynamik oder einer besseren optischen Darstellung. Sie sind Teil einer umfassenden Umgebungserkennung und -auswertung und gehen in ihrer Funktion über die eines Spiegels weit hinaus. Anders ließe sich auch der im Vergleich immens hohe Aufwand kaum rechtfertigen.

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