Leichtbau-Gipfel 2016

Leichtbau-Technologietransfer aus dem Sport nutzen

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Nur zwei Kilogramm wiegt die Leichtbau-Sitzlehne von Recaro/Johnson Controls. Nuyan Vedat stellt die Vorteile von Karbon für Kleinserien vor.
Nur zwei Kilogramm wiegt die Leichtbau-Sitzlehne von Recaro/Johnson Controls. Nuyan Vedat stellt die Vorteile von Karbon für Kleinserien vor. (Foto: Stefan Bausewein)

Johnson Controls nutzt den Technologietransfer seiner sportiven Tochter Recaro um leichte Sitzlehnen zu entwickeln.

Wenn es um die sportlichen Erfolge auf der Straße und der Rennstrecke geht, kann der deutsche Sitzhersteller Recaro auf eine lange Erfahrung und Kompetenz zurückblicken. Die sportive Tochter des Sitzherstellers Johnson Controls entwickelt Leichtbau-Sitze für sportliche Straßenfahrzeuge und den Motorsport. Darüber hinaus besteht ein intensiver Erfahrungsaustausch zum Mutterunternehmen – insbesondere in Sachen Leichtbau.

Leichtbau für Kleinserien ideal

Nuyan Vedat, bei Johnson Controls für den Leichtbau verantwortlich, stellte auf dem Leichtbau-Gipfel 2016 von Automobil Industrie die Vorteile der neuen RSSP-Sportsitzplattform vor. Diese soll ab dem Jahr 2019 auf dem Markt verfügbar sein und aufgrund ihrer schlanken Struktur einen Gewichtsvorteil von 20 Prozent aufweisen. Sie soll damit nicht nur leichter und stabiler als herkömmliche Sitze mit Stahlstrukturen sein, sondern auch besser anatomisch formbar. Diese Formbarkeit soll es den OEMs möglich machen, den Bauraum besser zu nutzen und Innenräume kompakter zu entwickeln. Die neue Plattform ist allerdings aufgrund ihrer erhöhten Kosten nur für Klein- und Sonderserien umsetzbar.

Leichtbaupotenzial contra Kosten

Mehr Potenzial für die Großserie bietet aktuell ein gemeinsames Forschungsprojekt namens Camisma. Hier hat Johnson Controls die Entwicklung von Leichtbausitzen mit Karbon- und Kunststoff-Lehnen untersucht und festgestellt, dass bis zu 40 Prozent Gewichtsersparnis alleine in der Sitzlehnenstruktur zu finden sind. Allerdings sind auch hier die angepeilten Kosten von fünf Euro pro Kilogramm noch nicht umsetzbar, wobei sich Johnson Controls für den Werkstoff Karbon noch Ausbaupotenzial für die Zukunft erwartet.

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