Zulieferer

Leoni: Bordnetzbereich vor Stellenabbau

| Autor: Christian Otto

Leoni präsentierte auf der Bilanzpressekonferenz einen Plan für die Umstrukturierung des Bordnetzbereichs.
Leoni präsentierte auf der Bilanzpressekonferenz einen Plan für die Umstrukturierung des Bordnetzbereichs. (Foto: Leoni)

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Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz präsentierte das fränkische Traditionsunternehmen Leoni seine Zahlen und einen Umstrukturierungsplan für die Bordnetz-Division. Diese krankt schon länger an mangelnder Profitabilität und wird Personal abbauen müssen.

Die heutige Bilanzpressekonferenz von Leoni stand ganz im Zeichen der Umstrukturierung des Bordnetzbereiches (Wiring Systems /WSD), der im Jahr 2015 nur ein „enttäuschendes Ergebnis“ erzielte, wie es Dr. Frank Hiller, Mitglied des Vorstands der Leoni AG und verantwortlich für den Unternehmensbereich Wiring Systems auf den Punkt brachte.

Doch den allgemeinen Blick auf den Zulieferer nahm zuerst der Vorstandsvorsitzende Dieter Bellé vor. Demnach konnte Leoni seinen Umsatz im Jahr 2015 deutlich steigern und lag mit 4,5 Milliarden Euro rund zehn Prozent über dem Wert des Vorjahres. 5,5 Prozent des Zuwachses gelangen seinen Ausführungen nach aus eigener Kraft, wobei sowohl die Automobilbranche als auch zahlreiche Industriebereiche für eine erhöhte Nachfrage sorgten.

Gesunkener EBIT

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wusste Bellé aber nichts Positives zu berichten. Dieses ging auf 151,3 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr präsentierte der Kabel- und Kabelsysteme-Spezialist noch 182,5 Millionen Euro. Als Hauptgrund führte der Vorstandsvorsitzende außerplanmäßig hohe Aufwendungen bei Neuprojekten des Unternehmensbereichs Wiring Systems im dritten und vierten Quartal an. Zudem enthalte dieser Wert einen Einmaleffekt von 19,6 Millionen Euro aus einem anteiligen Werksverkauf in China. Der Konzernüberschuss beträgt unbefriedigende 77,3 Millionen Euro nach 115,1 Millionen Euro im Vorjahr. Leoni beabsichtigt laut Dieter Bellé, eine Dividende von 1,00 Euro (Vorjahr: 1,20 Euro) pro Aktie auszuschütten. Und der CEO kommentierte die Entwicklung des vergangenen Jahres: „2015 war ein herausforderndes Jahr für das Unternehmen. Der Umsatz hat sich erfreulich entwickelt, doch das Ergebnis ist enttäuschend. Es hat für uns höchste Priorität, die Probleme im Bordnetz-Bereich aufzuarbeiten: Wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Effizienz nachhaltig zu steigern.“

Schattenseiten

Welche Maßnahmen dies konkret seien, darauf ging dann WSD-Chef Hiller ein. Dabei stellte er zu Beginn die Eckdaten seines Unternehmensbereichs vor. Beim Umsatz legte die WSD im Berichtsjahr demnach um elf Prozent auf 2.668 Millionen Euro zu. 2014 waren es noch 2.400 Millionen Euro. Besonders kräftig erhöhte sich der Umsatz mit den exportstarken deutschen Automobilherstellern. Daneben führte Hiller noch die Eröffnung des fünften chinesischen Werks in Tieling, den Abschluss eines Joint Ventures in China und die Einweihung eines Produktionsstandortes in Paraguay als Schritte bei der Globalisierungsstrategie an. Zudem habe der Unternehmensbereich die asiatischen Automobilhersteller Hyundai und Geely/Volvo als Kunden gewinnen können. Insgesamt sei im Berichtsjahr ein Auftragseingang von 4,1 Milliarden Euro verbucht worden.

Dann aber kam er zu den „Schattenseiten des Jahres 2015“ und meinte damit konkret das Ergebnis: Das EBIT des Unternehmensbereichs erreichte im Geschäftsjahr 2015 nur 87,4 Millionen Euro (Vorjahr: 104,6 Millionen Euro). Dabei seien hier der Einmaleffekt des anteiligen Werksverkaufs in China enthalten.

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