24.10.2011 | Redakteur: Bernd Otterbach
Die Automobilindustrie schaltete im vergangenen Jahr bei den Innovationsbudgets nach der krisenbedingten Zurückhaltung in den Jahren 2008/09 wieder einen Gang hoch und erhöhte ihre F&E-Investitionen im Schnitt um acht Prozent. Spitzenreiter ist Volkswagen mit einem Plus von 19,4 Prozent.Sonderkonjunktur für deutsche Autos
Nach der aktuellen „Global Innovation 1.000“-Studie von Booz & Company steigerten die OEMs ihr F&E-Volumen um insgesamt 8,8 auf 82,5 Milliarden Dollar. Damit vereinen sie immerhin 15 Prozent der weltweiten F&E-Investitionen von 550 Milliarden Dollar auf sich.
Auch die deutschen Hersteller investierten letztes Jahr ganz erheblich. Mit einer Zuwachsrate von 19,4 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar stockte VW sein F&E-Budget im Branchenvergleich am stärksten auf und kletterte um eine Position auf den 14. Rang der 1000er-Liste. Damit holen die Wolfsburger gegenüber ihrem schärfsten internationalen Konkurrenten Toyota (2010: Platz 6; 0,7 Prozent Steigerung auf 8,5 Milliarden Dollar) deutlich auf. General Motors belegt mit einem Zuwachs von 16 Prozent und einem Gesamtvolumen von 7 Milliarden Dollar den neunten Platz. Die Premiumhersteller Daimler und BMW folgen mit 4,6 Milliarden Dollar bzw. 4,1 Milliarden Dollar auf den Plätzen 26 und 30.
Das sind die zentralen Ergebnisse für die Autobranche der am Montag vorgestellten „Global Innovation 1.000“-Studie der Strategieberatung Booz & Company. Diese untersucht zum siebten Mal in Folge die Budgets und Strategien der tausend Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben.
Schneller als erwartet ist die deutsche Automobilindustrie aus der Krise gekommen und befindet sich aktuell auf einem überzeugenden Wachstumskurs. „Starke Player wie etwa VW, Daimler und BMW haben – anders als viele andere Industrien und internationale Wettbewerber – konsequent antizyklisch in Produkt- und Technologie-Innovationen investiert und profitieren jetzt von einer attraktiven, prall gefüllten Produktpipeline“, so Stephen Reith, Automotive-Experte und Partner bei Booz & Company.
„Allerdings ist der Technologiewettbewerb um die effizientesten Hybrid- und Elektroantriebe in vollem Gang. Trotz der konjunkturellen Unsicherheiten durch die EU-Schuldenkrise wären drastische Reduzierungen nun der völlig falsche Reflex. Schließlich befindet sich die Branche sowohl strukturell als auch technologisch in einer Umbruchphase. Noch ist es keineswegs ausgemacht, wer aus ihr als Gewinner hervorgeht.“
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