16.08.12 | Autor / Redakteur: FDP / Thomas Günnel

Wegen steigender Agrarpreise und Dürren hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) einen Verkaufsstopp für den Kraftstoff E10 gefordert. „Gerade bei steigenden Lebensmittelpreisen kann Biosprit zu stärkerem Hunger in der Welt beitragen“, sagte Niebel am Mittwoch (15. August).
Die Beimischungspflicht beim Biosprit E10 führe dazu, dass Menschen zu wenig Nahrung haben, erklärte Entwicklungsminister Niebel gegenüber dem Sender „n-tv“. Ziel der Forschung sollte es sein, die Feldfrüchte für die Nahrungsgewinnung zu erhalten und die Restprodukte für die Biosprit-Produktion zu nutzen. Solange es dabei keine brauchbaren Fortschritte gebe, müsse man sich vor dem Hintergrund der Hungersituation in der Welt zuerst um die Ernährung der Menschen kümmern, erläuterte Niebel.
Mehrere Hilfsorganisationen unterstützen Niebels Forderung, E10 abzuschaffen. Zustimmung kam vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ sowie von der Welthungerhilfe. „Land muss zuerst dafür da sein, um Nahrungsmittel anzubauen“, sagte Rainer Lang, Sprecher von „Brot für die Welt“, der „Westdeutschen Zeitung“. „Die Ethanol-Beimischquote sollte eingefroren werden“, sagte Wolfgang Jamann, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe.
Derzeit werden mehr als fünf Prozent der globalen Getreideernte zur Biokraftstoffproduktion genutzt. Biokraftstoffe machen drei Prozent des weltweiten Kraftstoffverbrauchs im Transportsektor aus. 40 Prozent der US-Maisproduktion werden zur Produktion von Biotreibstoff verwendet. Die dortige Dürre hatte die Maispreise zuletzt stark ansteigen lassen.
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