21.03.2002
 

VDA

Moderne Fahrzeugelektronik macht das Autofahren sicherer

"Die moderne Fahrzeugelektronik macht das Autofahren sicherer und hilft damit, Menschenleben zu retten", betonte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Mittwoch in Stuttgart anlässlich des zweitägigen Technischen Kongresses 2002 "Sicherheit durch Elektronik", der vom VDA durchgeführt wird.

Die deutsche Automobilindustrie sehe in der Fahrzeugsicherheit das zentrale Merkmal der Produktqualität. Gottschalk: "Für unsere Unternehmen sind die aktive und passive Sicherheit von Automobilen entscheidende Faktoren für den Erfolg im globalen Wettbewerb." Der Erfolg der Anstrengungen ist durchaus messbar: So ist die Zahl der in der Bundesrepublik im Straßenverkehr Getöteten von 21.332 im Jahr 1970 bis auf 6.949 im Jahr 2001 gesunken.

Gleichzeitig hat sich der Pkw-Bestand in Deutschland auf 44 Mio. Fahrzeuge mehr als verdoppelt, und die Gesamtfahrleistung ist im gleichen Zeitraum von 251 Milliarden km auf über 615 Milliarden km angestiegen. Die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2001 ist die niedrigste seit Einführung der amtlichen Statistik im Jahre 1953.

Diese rückläufige Entwicklung werde begleitet von kontinuierlichen Innovationen in der Fahrzeugelektronik: 1970 wurde ABS eingeführt, seit 1981 sind Frontairbags verfügbar; 1985 folgten Gurtstrammer, 1995 Seitenairbags, 1997 Kopfairbags und Bremsassistenz. Seit 1998 ist das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP im Markt.

"Dieser Innovationsschub ist noch längst nicht beendet", betonte Gottschalk. Ein Viertel aller Materialkosten bei der Pkw-Produktion entfalle heute auf die Elektronik. Dieser Anteil werde in den nächsten 10 Jahren auf rund 40 Prozent ansteigen. In naher Zukunft sei mit der Markteinführung weiterer Technologien zu rechnen, die das Autofahren noch sicherer machten und zudem auch den Fußgängerschutz erhöhten.

Gottschalk: "Unter allen Unfallarten ist menschliches Fehlverhalten nach wie vor die häufigste Ursache. Hier setzen die neuen elektronischen Fahrerassistenzsysteme an: Sie optimieren durch ihr gezieltes Eingreifen die Technik des Fahrzeugs, sie kontrollieren die Reaktionen des Fahrers und verstärken jene, die zur Risiko-Erkennung und -Vermeidung nötig sind." Das vorrangige Ziel sei die Verringerung des Risikos, überhaupt in einen Unfall verwickelt zu werden.

Damit das Unfallrisiko zurückgehe, werden Assistenzysteme zur Serienreife gebracht, es werden Fahrverhalten, Bremsen, Lenkung, Reifen, Lichttechnik, Klimatisierung und Navigation verbessert. "Wir haben gleichrangig die Crashsicherheit erhöht und übererfüllen damit die gesetzlichen Vorschriften. Die Rückhaltesysteme für Erwachsene und Kinder sowie der Fußgängerschutz wurden ebenfalls weiterentwickelt", betonte der VDA-Präsident.

Der Wettbewerb um die innovativste Lösung werde immer härter, in immer kürzeren Abständen würden neue Technologien im Markt eingeführt. "Wir müssen daher unserer Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus sein. Mitläuferprodukte bieten dem Hersteller keine Chance mehr, sich am Markt nachhaltig zu behaupten", sagte Gottschalk.

Das Umsetzen dieses strategischen Ziels fordert hohe Investitionen. Allein für Forschung und Entwicklung haben die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer im Jahr 2001 14 Milliarden Euro ausgegeben. Im Jahr 1990 waren es erst 4,5 Milliarden Euro. Diese FuE-Investitionen zahlen sich aus: Von allen für die gesamte Autoindustrie weltweit erteilten Patenten sicherte sich die deutsche Autoindustrie mit 31 Prozent fast ein Drittel. Jeweils 22 Prozent konnten die Vereinigten Staaten und Japan gewinnen. Mit 20 Prozent folgte die Europäische Union (ohne Deutschland).

In Europa geht sogar jedes sechste von zehn neuen Straßenfahrzeug-Patenten auf die deutsche Industrie zurück. Hinter diesem Fortschritt, wie ihn die deutsche Autoindustrie derzeit in besonderem Maße kennzeichnet, stehen Menschen mit hoher Qualifikation und hohem Engagement. Sie sind ein besonderer "Erfolgsfaktor", denn in der Zukunft wird sich in einem immer härter werdenden globalen Wettbewerb zeigen, dass Patente und Talente darüber entscheiden, wer "die Nase vorn" behält.

Der Technische Kongress 2002 des VDA ist hochkarätig besetzt. Zu den Keynote-Speakern gehören Carl Peter Forster, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG; Prof. Klaus-Dieter Vöhringer, Mitglied des Vorstandes der DaimlerChrysler AG; Dr. Burkhard Göschel, Mitglied des Vorstandes der BMW AG;

Dr. Siegfried Dais, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH; Dr.-Ing. Markus Flik, Geschäftsführer der Behr GmbH & Co.; sowie Rainer Thieme, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wilhelm Karmann GmbH. Weitere 44 Vortragende, Moderatoren und Co-Autoren bieten den rund 200 Gästen ein umfassendes Bild der aktuellen Forschungssituation in der Fahrzeugsicherheit und Elektronik.




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