Automobilhersteller

Müller sieht Europa bei automobiler Zukunft gefordert

| Redakteur: Christian Otto

Matthias Müller fordert eine bessere Zusammenarbeit von Industrie und Politik beim Thema automobile Zukunft.
Matthias Müller fordert eine bessere Zusammenarbeit von Industrie und Politik beim Thema automobile Zukunft. (Foto: VW)

Der Volkswagen-Chef mahnte bei einer Rede in Brüssel zur besseren Zusammenarbeit zwischen Industrie und Politik. Sonst gebe Europa bei den Zukunftsthemen wie der Elektromobilität das Heft aus der Hand.

Der Volkswagen Konzern setzt sich bei der Mobilität der Zukunft EU-weit für eine engere Zusammenarbeit von Politik und Industrie ein. Europa müsse in automobilen Zukunftsbereichen die technologische Führung übernehmen und gemeinsam mit der Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, forderte Volkswagen Vorstandsvorsitzender Matthias Müller beim traditionellen Neujahrsempfang des Konzerns in Brüssel.

Konkurrenz aus dem Silicon Valley

Ob Digitalisierung, autonomes Fahren oder Elektromobilität – Europa solle hier den Kurs „auch in Bezug auf Infrastruktur und rechtliche Rahmenbedingungen“ vorgeben, so Müller vor zahlreichen Ehrengästen und EU-Parlamentariern. „Wir dürfen diesen Bereich nicht dem Silicon Valley überlassen.“

Bei der digitalen Transformation und der Elektromobilität setze der Volkswagen Konzern laut Müller auf einen engeren Schulterschluss von Politik und Automobilbranche. „Die Anstrengungen unserer Industrie allein werden nicht ausreichen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Industriestandort Europa in einer sich stark wandelnden Welt innovativ und wettbewerbsfähig bleibt“, betonte der Konzern-Chef in seiner Rede. „Ein echter Durchbruch der Elektromobilität wird nur möglich sein, wenn Politik, Gesellschaft und Behörden enger zusammenarbeiten.“

Knackpunkt Infrastruktur

Als Beispiel nannte er die noch nicht vorhandene Infrastruktur: Europa brauche dringend ein flächendeckendes Netz an 150-kW-Schnellladestationen. Das Vertrauen der Kunden in die E-Mobilität werde nur wachsen, zeigte sich Müller überzeugt, „wenn es eine sichtbare und funktionierende Infrastruktur dafür gibt.“

Der Konzernchef versprach, dass Volkswagen „mehr als je zuvor“ auf Nachhaltigkeit setzen werde – „und das umfasst unsere Produkte, unsere Strategie und unser Management.“ Im Sommer werde er die neue „Strategie 2025“ für den Konzern vorstellen. Unter anderem wollen die Konzernmarken bis 2020 rund 20 weitere Modelle mit Elektroantrieb bzw. als Plug-In-Hybride auf den Markt bringen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende ebenfalls an.

Neuausrichtung infolge der Krise

Mit Blick auf die Emissionsthematik der vergangenen Wochen erklärte Müller in Brüssel vor den EU-Parlamentariern: „Wir nutzen die aktuelle Krise für eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir jetzt die Chance haben, ein neues und besseres Volkswagen zu schaffen.“

Der Vorstandsvorsitzende bekräftigte, dass Europas größter Automobilhersteller die Abgaswerte seiner Fahrzeuge künftig von externen und unabhängigen Prüfern überprüfen und bestätigen lassen wird. Die Fahrzeuge des Konzerns sollen zudem in Stichproben unter realen Straßenbedingungen getestet werden, erklärte Müller weiter: „Wir hoffen, das hilft, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen.“

Europaweit stehen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden umfassende technische Lösungen für die betroffenen rund 8,5 Millionen Fahrzeuge fest. Die Umrüstung werde in dieser Woche beginnen. Die Kunden könnten sich auf Volkswagen verlassen, betonte Müller in Brüssel: „Wir werden den Rückruf in der kundenfreundlichsten und bestmöglichen Art und Weise vollziehen.“

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