14.10.2010 | Autor / Redakteur: SP-X / Gerd Steiler
Mitte November geht der neue Hyundai ix20 an den Verkaufsstart: Das Angebot kleiner Kompaktvans für Europa wächst in immer rasanterem Tempo.
Als Antriebsquellen bietet der schwungvoll gezeichnete, 4,10 lange Fünfsitzer ix20 vorerst zwei Ottomotoren und einen Diesel mit Leistungswerten von 66 kW/90 PS bis 92 kW/125 PS. Ein schwächerer 77 PS-Diesel ist zwar im Konzernbaukasten vorhanden, wird aber vorerst nicht in Deutschland angeboten. Dies gilt auch für den größeren 94 kW/128 PS leistenden Selbstzünder aus dem Kia Venga. Alle Motoren sind optional mit Stopp-Start-System bestellbar. Produziert wird der kleine, koreanische Kompaktvan zwar im tschechischen Nosovice, entwickelt wurde er jedoch im Hyundai R&D Center Rüsselsheim.
Während Maxi-Vans weiter weltweit auf dem Rückzug sind, wird das Angebot kleiner Kompaktvans immer größer. Der Hyundai-Konzern tritt jetzt gleich mit zwei Marken und Modellreihen in dem einst vom Opel Meriva begründeten Segment an. Kia Venga und Hyundai ix20 sind zwar technisch verwandt, aber in Design und Anspruch unterschiedlich. Während der Venga die Van-Alternative zum kubischen Kia Soul verkörpert, soll der Hyundai nach dem Wunsch des deutschen Designers Thomas Bürkle mehr Emotion und Dynamik ins Straßenbild bringen als dies der ix20-Vorgänger Matrix mit zu exzentrischem Pininfarina-Design vermochte. Bei einem Radstand von 2,62 Metern bietet der Hyundai-Neuling in beiden Platzreihen überraschend viel Kopf- und Beinfreiheit. Das Kofferraumvolumen fällt mit 440 bis 1.486 Litern ebenso familienfreundlich aus.
Einmal unterwegs punktet der ix20 mit vergleichsweise guter Fahrgeräuschisolation und recht hohem Sitzkomfort. Auch die Fahrdynamik lässt fast nichts zu wünschen übrig: Mit sportiv-straffer Fahrwerksabstimmung nimmt der Van kurvenreiche Strecken fast so schnell und souverän unter die Räder wie sportliche Kompaktlimousinen. Sogar abrupte Lastwechsel lassen den ix20 weitgehend kalt. Die Lenkung ist präzise und direkt und verlangt beim Rangieren in der Stadt wenig Kraft. Punkte abgeben muss der europäische Koreaner jedoch beim Abroll- und Federungskomfort. Kanaldeckel, Schlaglöcher und Bodenwellen gibt der Hyundai weit deutlicher an seine Passagiere weiter als etwa Citroen C3 Picasso und Opel Meriva.
Dafür überzeugen alle Hyundai-Motoren durch relativ günstige Verbrauchswerte, sogar ohne die aufpreispflichtige Stopp-Start-Automatik in den „Blue“-Versionen. Auch in puncto Beschleunigung können sich der Diesel und die Ottomotoren im Wettbewerbsumfeld sehen lassen, allein bei der Höchstgeschwindigkeot zählen sie zu den weniger flotten Kompaktvans.
Mit fünf Jahren Garantie, eingeschlossenen fünf Wartungen und vergleichsweise günstigen Preisen ab vermutlich 14.500 Euro fordert der Hyundai ix20 die Wettbewerber ebenso heraus wie mit dem selbstbewussten Verkaufsziel von 55.000 Einheiten jährlich in Europa. Dabei sieht die steil aufstrebende koreanische Marke den ix20 sogar nur als Vorhut einer Offensive von zehn neuen Hyundai-Modellen, die in den nächsten zwei Jahren folgen sollen.
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