Motorsport Engineering

Nissan beendet LMP1-Programm endgültig

| Autor / Redakteur: Harald Gallinis / Wolfgang Sievernich

Nissan hat das komplexe Werksprojekt in der LMP1-Klasse der Langstrecken-WM endgültig beendet.
Nissan hat das komplexe Werksprojekt in der LMP1-Klasse der Langstrecken-WM endgültig beendet. (Foto: Nissan)

Nach der desaströsen Vorstellung im ersten Jahr der Langstrecken-WM hat der japanische Automobilhersteller die Konsequenzen gezogen und das komplexe LMP1-Projekt beendet.

Nissan hat sein LMP1-Programm beendet. Damit kommt das ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegte Programm des japanischen Herstellers und seines amerikanisch basierten Renn- und Entwicklungsteams schon nach nur einem Jahr zu einem vorzeitigen Ende.

Die Japaner hatten 2014 die Rückkehr in die Top-Klasse nach Le Mans mit einem revolutionären Konzept angekündigt. Schon bei den ersten Fotos 2015, die von einer geschickten Marketing-Kampagne begleitet wurden, wurde klar, dass man sich alle Mühe gab, zumindest diesem Versprechen Wort zu halten. Das Fahrzeug präsentierte sich als frontangetriebener, frontmotorisierter LMP1 mit einem Flybrid-Hybridsystem und einer internen Aerodynamik die auf einem komplexen Durchflussprinzip mit Luftkanälen basierte.

Der zu enge Zeitplan für den angepeilten zu groß dimensionierten Einsatz an der Sarthe ließ angesichts der zu erwartenden Entwicklungsrückschläge wenig Spielraum für die Neu- und Weiterentwicklung des Konzepts.

Zweijahresprogramm vorzeitig beendet

Schon erste Unregelmäßigkeiten bei den Crashtests und beim Hybridsystem führten zur Absage der ersten Rennauftritte in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft. Dazu konnte das von Zulieferer Torotrak gelieferte Flybrid-Hybridsystem die Erwartungen an das angekündigte 1.000 PS-System nicht erfüllen. Nissan blamierte sich beim 24-Stunden-Rennen Le Mans, angesichts der überirdisch schnellen deutschen Werkswagen mit drei viel zu langsamen Autos auf LMP2-Level, die alle 30 Runden für eine Reparatur in die Box einlaufen mussten. Lediglich einer der Wagen kam ins Ziel - außerhalb der zur Wertung nötigen Distanz.

Die Mitarbeiter des amerikanischen Einsatzteams wurden noch vor Weihnachten entlassen, eine Rückkehr in den Top-Prototypensport kann in nächster Zeit ausgeschlossen werden.

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