Porsche

Vom Abwärtstrend erfasst

30.01.2009 | Redakteur: Thomas Weber

Der Sportwagenbauer kämpft mit Umsatzeinbußen im zweistelligen Prozentbereich und hat sich ein unternehmensweites Sparprogramm auferlegt.

Der Sportwagenbauer hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2008/09 einen Umsatzrückgang von 14,3 Prozent auf rund drei Milliarden Euro hinnehmen müssen. Man habe sich dem allgemeinen Abwärtstrend der weltweiten Automobilindustrie nicht entziehen können, teilte das Unternehmen am heutigen Freitag auf der Hauptversammlung in Stuttgart zur Begründung mit. Der Absatz sank im Zeitraum von August 2008 bis Ende Januar 2009 nach vorläufigen Zahlen um 27,3 Prozent auf 34.000 Fahrzeuge.

Porsche hat ein unternehmensweites Sparprogramm von deutlich über hundert Millionen Euro eingeleitet. Damit soll die Kostenbasis im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende Juli) verbessert werden, heißt es. Gespart werde in den Bereichen, die nicht unmittelbar wertschöpfend seien beziehungsweise nicht direkt umsatzwirksam. Alle Projekte, die für das künftige Geschäft „existenziell“ seien, sollen jedoch unberührt bleiben. Hierzu zählte der Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking die neue Baureihe Panamera, den Hybridantrieb, die bevorstehende Markteinführung der Diesel-Version des Geländewagens Cayenne sowie die Weiterentwicklung der bestehenden Modellreihen und verbrauchsmindernder Motoren.

Für den Zeitraum bis zur Sommerpause hat Porsche weitere Produktionskürzungen angekündigt. An zusätzlich 19 Tagen werde nicht gearbeitet, teilte das Unternehmen. Der Produktionsstillstand könne durch die Arbeitszeitkonten ausgeglichen werden. „Kurzarbeit oder gar Entlassungen stehen bei uns jedenfalls aktuell nicht auf der Agenda“, sagte Wiedeking.

Porsche halte an seinen Plänen fest, noch im laufenden Jahr die 75-Prozent-Schwelle bei Volkswagen überschreiten zu wollen und anschließend einen Beherrschungsvertrag anzustreben. Wiedeking schränkte erneut ein, der Zugriff werde nur erfolgen, „sofern die wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben“ seien - und die bezeichnete er als „nicht wirklich gut“.

Zufrieden zeigte sich Wiedeking mit der Entwicklung des Verhältnisses zu den Arbeitnehmervertretern und Führungskräften von VW. Es sei mittlerweile eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ erreicht worden. Der Porsche -Vorstandsvorsitzende räumte ein, man habe sich nicht immer nur diplomatisch verhalten, sondern die eigenen Interessen sehr deutlich vertreten und damit mitunter auch Konflikte provoziert. In Bezug auf das VW-Gesetz, das auch in der Neuauflage vom Herbst 2008 weiterhin dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität einräumt, äußerte er sich zuversichtlich, dass die EU-Kommission sich weiter für eine Abschaffung dieser Klausel einsetzen werde.

dpa


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