Russland

Mammut-Kredit für Lada

31.03.2009 | Redakteur: Gerd Steiler

Auch die russische Regierung hilft der schwer abgeschlagenen Autoindustrie mit staatlichen Finanzspritzen. Russlands größter OEM AvtoVAZ (Lada) erhält einen zinsfreien Kredit in Höhe von umgerechnet rund 557 Millionen Euro.

Eigentlich war per Gesetz vorgesehen, AvtoVAZ einen Kredit von 10 Milliarden Rubel zu gewähren. Jetzt habe die russische Regierung eine Summe von 25 Milliarden Rubel (556,8 Mio Euro) zugesichert. Das berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ am Dienstag. „Die Entscheidung ist bereits getroffen. Die Summe muss so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt werden“, hatte Regierungschef Wladimir Putin am Vortag im Produktionsstandort Togliatti an der Wolga gesagt.

Zusätzliche 90 Milliarden Rubel von Staatsbanken

Zudem werden russische Staatsbanken dem Lada-Bauer Kredite über insgesamt 90 Milliarden Rubel gewähren, die für die Umschuldung von Verbindlichkeiten und für die Finanzierung des Investmentprogramms bestimmt sind. Ein Sprecher von Russlands zweitgrößter VTB-Bank bestätigte, dass bereits Kreditverhandlungen mit AvtoVAZ geführt werden. Sberbank und Gazprombank wollten dies nicht kommentieren.

Ausnahme für AvtoVAZ

Zuvor hatte das Kabinett in Moskau 300 Milliarden Rubel für die Stützung der wichtigsten russischen Betriebe reserviert. Dabei kann ein Unternehmen höchstens zehn Milliarden Rubel beantragen. Für AvtoVAZ wurde eine Ausnahme gemacht, weil von dem Lada-Hersteller mehr als 300 Zulieferbetriebe mit insgesamt 200.000 Beschäftigten abhängen. Das Management hatte neben Staatshilfen auch geprüft, neue Aktien auszugeben. Die Idee wurde von Renault abgelehnt. Der Französische OEM hält 25 Prozent plus eine Aktie an AvtoVAZ.

dpa


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