03.04.2009 | Redakteur: Bernd Otterbach
Der russische Automobilhersteller IzhAvto, der dem Zulieferer SOK gehört, steht vor dem Aus. Nachdem der Verkauf an AvtoVAZ gescheitert ist, soll die Produktion eingestellt werden, berichtet die russische Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.
Damit würde der erste russische OEM krisenbedingt seine Tore schließen. IzhAvto baut Nutzfahrzeuge des Typs Izh-27175, PKW des Typs Vaz-2104 und fertigt die Modelle Spectra und Sorento des südkoreanischen Automobilherstellers Kia Motors. Laut eigenen Angaben hat das Werk eine jährliche Kapazität von 220.000 Einheiten. 2007 wurden jedoch nur etwa 78.800 Fahrzeuge gebaut.
Die SOK Gruppe wollte die Lage nicht kommentieren. Nach Informationen von „Komersant“, will IzhAvto demnächst etwa 5.000 der 5.500 Beschäftigten entlassen. Seriöse Quellen aus dem Umfeld der SOK-Gruppe behaupten, dass das Unternehmen „angesichts der einbrechenden Märkte und der Abwertung des Rubels“ kein Interesse mehr daran habe, ausländische Autos zusammenzubauen, so die Zeitung weiter. Kia weigere sich, die Preise für Teile zu senken, wodurch die Produktion unrentabel geworden sei.
Wie die Quellen behaupten, schreibt das Unternehmen seit November tiefrote Zahlen und verliert jeden Monat bis zu sieben Millionen US-Dollar. AvtoVAZ-Chef Boris Aljoschin sagte „Kommersant“, er habe ebenfalls Verhandlungen mit Kia geführt und konnte leider keine Preisminderung für die Zulieferteile erreichen, weshalb AvtoVAZ gezwungen war, den Kauf von Izh-Avto abzublasen.
„Die durch die Abwertung des Rubels eingetretene Verteuerung der Zulieferteile gehört zu den Hauptrisiken der russischen OEM“, sagt Michail Ljamin von der Bank of Moscow. Die Automobilhersteller Sollers (baut SsangYong- und Fiat-Modelle) sowie TagAZ (produziert Hyundai-Modelle) haben ein vergleichbares Geschäftsmodell.
TagAZ wollte die Lage nicht kommentieren. Dabei sei bekannt, dass der OEM bereits einmal seine Produktion stoppen musste und ein radikaler Personalabbau nicht ausgeschlossen werden könne, so die Quellen weiter. Bei Sollers habe man ebenfalls einräumen müssen, dass der Kauf von Zulieferteilen „weniger attraktiv geworden“ sei. Man wolle zusammen mit ausländischen Partnern doch noch die Senkung der Preise für Zulieferteile durchsetzen und in Zukunft ausländische Autos ausschließlich in Russland produzieren.
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