Volkswagen

Expansionskurs in Südostasien

17.08.2010 | Redakteur: Bernd Otterbach

Die Volkswagen AG denkt laut über ein stärkeres Engagement in Südostasien nach. Vor allem das Entwicklungsland Vietnam ist ein Hoffnungsmarkt für die Wolfsburger.

Für Experten ist der Einstieg ein langfristig unumgänglicher strategischer Schritt. „Der ganze Bereich rund um China wird sich stark nach vorne bewegen“, sagt Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Ein VW-Engagement in Vietnam passt für Dudenhöffer zur gesamten Asienstrategie von Volkswagen. „Eine Strategie, die sich nur auf Indien konzentriert, begeht einen Fehler. Man muss heute nach Vietnam gehen, um morgen am Markt mitmachen zu können“, so der Experte.

Industrie schielt auf Vietnam

Bei einer drohenden Abkühlung der chinesischen Konjunktur bedeutet das Schwellenland Vietnam einen Hoffnungs- und Zukunftsmarkt für Autobauer. „Das Land hat 80 Millionen Einwohner und die Vietnamesen haben eine ähnliche Mentalität wie die Chinesen“, erklärt der Fachmann die Chancen der Automobilindustrie. Zwar ist die Fahrzeugdichte derzeit noch sehr gering, doch das Wirtschaftswachstum beginnt und geht seinen Weg, so der Experte. „Alle Autobauer werden den asiatischen Raum sehr genau bearbeiten, in Vietnam wird VW nicht der einzige bleiben. Die Gefahr ist weniger, zu schnell in den Markt zu investieren, als gar nicht reinzugehen“, sagt Dudenhöffer.

VW sieht seine Chancen auf den brüchigen südostasiatischen Straßen in seinem Pick-Up-Modell Amarok. „Ein Modell wie der Amarok wäre gut für die Asean-Region geeignet“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh gegenüber der Financial Times Deutschland. „Ab 200.000 Stück würde sich auch ein Werk in Südostasien lohnen“, so Osterloh weiter.

Kleiner Marktanteil keine Abschreckung

Die künftigen Wachstumsmärkte, zu denen auch Thailand und Malaysien zählen, könnte VW durch seine neue Zusammenarbeit mit dem indischen Marktführer Maruto Suzuki bedienen. Eine Wareneinfuhr aus China ist laut VW-Angaben wegen hoher Einfuhrzölle wenig sinnvoll.

Im gesamten ASEAN-Raum wurden 2009 kolportierte 1,8 Millionen Fahrzeuge verkauft, etwa ein Drittel davon durch Marktführer Toyota. Der Marktanteil von Volkswagen liegt indes bei etwa 0,2 Prozent. „Die Zeit läuft. Man muss jetzt investieren, auch wenn Toyota stark am Markt vertreten ist“, kommentiert Dudenhöffer die VW-Präsenz in Indochina.


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