Opel

Rüsselsheim soll Teil der Astra-Fertigung abgeben

16.04.12 | Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Thomas Günnel

Ein Drittel der jährlich 30.000 in Rüsselsheim produzierten Astras will GM künftig in Polen fertigen. (GM Company)
Ein Drittel der jährlich 30.000 in Rüsselsheim produzierten Astras will GM künftig in Polen fertigen. (GM Company)

Von den 30.000 Astras, die derzeit pro Jahr bei Opel in Rüsselsheim gefertigt werden, sollen künftig ein Drittel auf Wunsch der US-Konzernmutter General Motors im polnischen Werk in Gleiwitz vom Band laufen. Dies hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus Kreisen von Betriebsrat und Gewerkschaft erfahren.

In einem Schreiben an die Belegschaft, aus dem die Zeitung zitiert, habe Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke Mitte letzter Woche die aktuell schlechten Verkaufszahlen des Fabrikats mit dem „enormen Preisdruck“ begründet, der durch Überkapazitäten in der gesamten Autoindustrie sowie den rückläufigen europäischen Pkw-Markt ausgelöst worden sei. In Deutschland ist der Opel-Marktanteil im ersten Quartal 2012 von acht Prozent (Gesamtjahr 2011) auf sieben Prozent zurückgegangen. Wettbewerber Ford hat dagegen nur 0,2 Prozent Marktanteil verloren. VW konnte seinen Anteil am deutschen Pkw-Neuwagenmarkt von Januar bis März gar um 0,7 Prozent ausbauen.

Bereits jetzt wird in Rüsselsheim nur noch an vier Tagen in der Woche gearbeitet. Durch die geplante Verlagerung von Teilen der Astra-Produktion würde voraussichtlich nur die ursprünglich angestrebte dritte Schicht nicht anlaufen. In Gleiwitz müssten jedoch wahrscheinlich Beschäftigte entlassen werden, wenn das dortige Werk nicht besser ausgelastet wird. Für die geplante Produktionsverlagerung ist jedoch auch die Zustimmung des Betriebsrats erforderlich. Laut dem Zeitungsbericht wollen die Arbeitnehmervertreter dafür zusätzliche Sicherheiten für die künftige Produktion in Rüsselsheim – also weitere Modelle. Das könnte der Mokka sein, der eigentlich in Korea gefertigt werden soll, das könnten aber auch Chevy-Modelle sein. Den Bochumer Zafira würden die Rüsselsheimer wohl kaum annehmen.


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