Motorsport Engineering

SKF entwickelt Analyseverfahren für Ferrari F1

| Autor / Redakteur: Annette Laqua / Wolfgang Sievernich

Neben der Beobachtung der einzelnen Prüfkammern in Echtzeit ermöglichen die speziell entwickelten Diagnose- und Analyseverfahren von SKF die Identifizierung und Behebung potenzieller Probleme, bevor daraus kostenintensive Stillstände oder Schäden entstehen.
Neben der Beobachtung der einzelnen Prüfkammern in Echtzeit ermöglichen die speziell entwickelten Diagnose- und Analyseverfahren von SKF die Identifizierung und Behebung potenzieller Probleme, bevor daraus kostenintensive Stillstände oder Schäden entstehen. (Foto: Ferrari)

Der Schweinfurter Automobilzulieferer SKF entwickelte für das Formel 1 Team von Ferrari ein Überwachungssystem für hochfrequente Vibrationstests.

Bereits vor fünf Jahren machte sich die Scuderia Ferrari Gedanken, ihre Prüfkammern zu modernisieren. „Wir mussten bis dahin zu jeder einzelnen Kammer gehen, um zu sehen, was dort vor sich geht“, erinnert sich Mario Kuluridis, Teamleiter für Prüfanlagen sowie mechanische und hydraulische Entwicklung in der Testabteilung für Antriebssysteme. „Die Überprüfung von hochfrequenten Daten in Echtzeit war nicht möglich, was ein zunehmendes Problem für uns darstellte.“

Technologietransfer aus der Windenergie

Auf der Suche nach alternativen Überwachungssystemen wandten sich Kuluridis und sein Team schließlich an SKF, bis dahin eher Partner für spezielle Rennsport-Lager. Und die Elektronik-Experten beider Seiten fanden tatsächlich einen gemeinsamen Lösungsansatz: die Imx-Plattform von SKF in Kombination mit der „@ptitude“ Observer Software. Imx überwacht den Zustand, soll die Anlage schützen und besitzt eine vorbeugende Instandhaltungsplanung in Echtzeit – allerdings für anders geartete Anwendungsgebiete. Darunter fallen beispielsweise Windenergieanlagen, deren Überwachung deutlich weniger komplex ist. Also mussten die SKF-Ingenieure ihr Produkt an die Anforderungen von Ferrari anpassen.

Drahtloses System gewünscht

Den Italienern schwebte ein integriertes, drahtloses System vor, das bei hochfrequenten Vibrationstests einzelne Elemente des Prüflings überwachen kann. Um die Plattform an das Volumen und die Geschwindigkeit des dabei anfallenden Datenflusses zu adaptieren, entwickelte SKF unter anderem zusätzliche Hardware, die in die bereits vorhandene Infrastruktur eingegliedert wurde und sich über dieselbe Oberfläche steuern ließ. Zudem wünschte sich das Formel-1-Team ein erweiterbares System mit regelmäßigen Updates, bis zu 30 zusätzliche Sensoren und die Möglichkeit, Routineberechnungen in kurzen Zyklen durchzuführen.

Im Jahr 2013 schließlich nahm die Scuderia Ferrari die auf sie zugeschnittene Entwicklung in Betrieb. Heute kann das System bis zu 100.000 Messungen pro Sekunde verarbeiten. Es nimmt komplexe Analysen vor und sendet die Ergebnisse an das Telemetrie-System, so dass der Status des Prüflings online zu verfolgen ist. Zehn bis zwanzig Mal pro Sekunde fasst die Software die Beobachtungen zu überschaubaren Ergebnissen zusammen. „Das hilft den Ingenieuren, sich auf Resultate statt auf Daten zu fokussieren“, betont Kuluridis.

Analyse erfasst potentielle Probleme frühzeitig

Neben der Beobachtung der einzelnen Prüfkammern in Echtzeit ermöglichen die speziell entwickelten Diagnose- und Analyseverfahren die Identifizierung und Behebung potenzieller Probleme, bevor daraus kostenintensive Stillstände oder Schäden entstehen. „Sobald wir kleine Unregelmäßigkeiten feststellen, tauschen wir das problematische Teil sofort aus. Dadurch konnten wir Schäden und Ausfallzeiten spürbar reduzieren“, bestätigt Kuluridis.

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