Management-Befragung

Zulieferersituation: Die Großen sind optimistischer

| Redakteur: Christian Otto

Die deutschen Zulieferer schauen laut einer CAM-Erhebung positiv in die Zukunft.
Die deutschen Zulieferer schauen laut einer CAM-Erhebung positiv in die Zukunft. (Foto. Dräxlmaier)

Zum dritten Mal befragte eine Studiengruppe um Prof. Stefan Bratzel deutsche Zulieferermanager nach Ihrer Einschätzung zur Branchensituation. Es dominiert ein positiver Ausblick, wenn auch die Unternehmensgröße viel Einfluss auf die individuelle Bewertung hat.

Das Center of Automotive Management (CAM) aus Bergisch Gladbach hat mit einer Management-Befragung (Befragungszeitraum: Januar/Februar 2016) die Situation und Geschäftsaussichten der deutschen Automobilzulieferindustrie beleuchtet. Studienleiter Prof. Stefan Bratzel und sein Team attestieren dabei der deutschen Automobilzulieferindustrie ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015. Die Branche blicke demnach insgesamt sehr zuversichtlich in das aktuelle und nächste Jahr.

Allerdings stelle sich laut den Ergebnissen der Befragung die Situation bei den größeren und stärker internationalisierten Zulieferunternehmen deutlich positiver dar. In dem bereits im dritten Jahr durchgeführten Online-Panel antworteten 117 leitende Manager von Automobilzulieferunternehmen in Deutschland zur aktuellen Geschäftslage und den Zukunftsaussichten der Branche. Die Manager bestätigten dass die deutschen Zulieferer im zurückliegenden Jahr ihre hohe Wachstumsdynamik aufrechterhalten und bei der Beschäftigung zulegen konnten. Rund 52 Prozent der befragten Unternehmen haben die Mitarbeiterzahl erhöht, während lediglich 11 Prozent Rückgänge zu verzeichnen hatten.

Große Zulieferer im Vorteil

Dabei zeigt die Erhebung aber auch, dass die Situation bei großen Automobilzulieferern (>500 Mitarbeitern) noch deutlich besser aussieht: Ihnen gelang es nicht nur weitaus häufiger ihr Beschäftigungsvolumen zu erhöhen (65 Prozent). Auch die Einschätzung der Geschäftsaussichten für das aktuelle und das folgende Jahr ist optimistischer: Rund drei Viertel sehen demnach die Geschäftslage „sehr gut“ oder „gut“, während bei den kleineren Zulieferern (KMU bis 499 Mitarbeiter) nur rund die Hälfte der Befragten die Aussichten für 2016 (56 Prozent) für das Jahr 2017 (45 Prozent) positiv beurteilen.

Geschäftsaussichten der deutschen Zulieferer für 2017.
Geschäftsaussichten der deutschen Zulieferer für 2017. (Quelle: CAM)

Auch im Rückblick ergab die Befragung von CAM, dass die großen Unternehmen insgesamt zufriedener als die KMU sind: Hat sich etwa die Nachfragesituation bei 74 Prozent der großen Zulieferer im abgelaufenen Jahr verbessert, so sind es bei den KMU nur 56 Prozent.

Steigender Internationalisierungsdruck

Die mittelständisch geprägte deutsche Automobilzulieferbranche ist mit ihren Kernfunktionen und Stammbelegschaften in Deutschland stark verwurzelt. Allerdings glaubt mit 54 Prozent die Mehrheit der befragten Automobilzulieferer, dass Deutschland als Produktions- und Entwicklungsstandort künftig an Bedeutung verlieren wird. Entsprechend steigt der Druck zur weiteren Internationalisierung, um nicht Marktanteile zu verlieren.

Insbesondere bei den kleineren Zulieferern (>500 Mitarbeiter) ist der Internationalisierungsgrad im Mittel jedoch nur halb so hoch wie bei den großen Playern. Während bereits rund 85 Prozent der großen Zulieferern sowohl im NAFTA-Raum als auch in China präsent sind, liegt dieser Wert bei den KMU bei nur 45 Prozent (Vorjahr: 33 Prozent) beziehungsweise 41 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent).

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