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Fahrerinformation 110 Jahre Tachometer – Vom Geschwindigkeitsmesser zur Infozentrale

Autor / Redakteur: SP-X/am / Thomas Günnel

Ein Auto ohne Tacho ist heute nicht vorstellbar – und wäre auch nicht erlaubt. Doch in den Anfängen der Automobilindustrie gab es keinen Geschwindigkeitsmesser und nach seiner Entwicklung galt er lange als exklusive Sonderausstattung. Jetzt feiert die meist immer noch runde Scheibe ihren 110. Geburtstag.

Vor 110 Jahren wurde der Wirbelstromtacho patentiert und legte damit die Grundlage für heutige Fahrerinformationssysteme.
Vor 110 Jahren wurde der Wirbelstromtacho patentiert und legte damit die Grundlage für heutige Fahrerinformationssysteme.
(Continental)

Das vielleicht wichtigste Instrument im Fahrzeug feiert Geburtstag: Vor 110 Jahren wurde der Wirbelstromtacho in Berlin patentiert und legte damit den Grundstein für eine (überlebens-)wichtige Fahrerinformation.

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Die Erfindung des Ingenieurs Otto Schulze veränderte die automobile Messwelt und informiert den Fahrer heute über viel mehr als nur über die aktuelle Geschwindigkeit.

Die Ära des Tachometers begann erst einige Jahre nach Erfindung des Autos. Die Fahrzeuge wurden immer schneller, so dass die natürlichen Sinne des Menschen zur Einschätzung des Tempos nicht mehr ausreichten. Wir registrieren zwar die Beschleunigung und Bewegung, ein konstantes Tempo können Menschen allerdings nicht gut einschätzen.

Erste volldigitale Anzeigen im Jahr 1986

Innerhalb der 110-jährigen Entwicklung des Tachos hat die Technik große Fortschritte gemacht. Das mechanische Prinzip wurde mittlerweile fast komplett von der Elektronik verdrängt. Erstmals gab es im Jahr 1986 volldigitalisierte LCD-Anzeigen im Golf II GTI. Trotzdem sehen immer noch viele Autofahrer eine Nadel auf der Skala, wenn sie auf das Instrument blicken.

Diese Anzeige hat jedoch ergonomische Gründe: runde Instrumente mit Nadel sind intuitiv ablesbar – der Fahrer muss sich weniger darauf konzentrieren.

Herzstück moderner Fahrerinformationssysteme

Auch die Anordnung der Instrumente hat sich verändert. Früher befanden sich die wichtigsten Anzeigen im direkten Sichtfeld des Fahrers. Tacho, Drehzahlmesser, Tankanzeige und Warnleuchten wurden hinter dem Lenkrad zusammengefasst, um den Fahrer nicht zu lange vom Verkehrsgeschehen abzulenken.. Radio, Innenraumtemperatur oder Navigation gehören zum Bereich des Infotainments und befinden sich in der Mittelkonsole. Wegen des steigenden Informationsbedarfs, entwickelte sich der Tacho zum Herzstück moderner Fahrerinformationssysteme. Vor allem in Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse befinden sich im Blickfeld des Fahrers komplexe Informationszentralen mit Instrumenten, Anzeigen sowie Kontrollleuchten in großflächigen Bildschirmen für Navigation und Kommunikation.

Der Tacho in der Frontscheibe

Mittlerweile gibt es farbige Head-up-Displays, wie zum Beispiel bei BMW. Sie zeigen die Geschwindigkeit, Navigationshinweise oder andere Fahrzeuginformationen direkt auf die Frontscheibe im Blickfeld des Fahrers an. Auch künftig werden laut dem Automobilzulieferer Continental die komplexeren Inhalte in immer einfacheren und übersichtlicheren Anzeigen dargestellt.

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