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130 Gramm je Kilometer

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Die EU-Kommission kommt der deutschen Automobilindustrie bei CO2-Ausstoß entgegen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Europäische Kommission hat sich heute auf eine umfassende Strategie für die europäische Automobilindustrie geeinigt, in deren Rahmen die Wirtschaftlichkeit der Automobilherstellung sowie eine verbraucherfreundliche Preisgestaltung gewährleistet werden sollen. "Die Automobilindustrien der EU sind der Hauptmotor unserer Wirtschaft.

Die heute angenommene Strategie umfasst alle strategisch wichtigen Themen - angefangen von der Verkehrssicherheit über die Umwelt bis hin zur Forschung -, deren rechtzeitige Umsetzung eine starke und innovative Führungsrolle der EU-Automobilindustrie gewährleisten wird", erklärte Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

So soll die europäische Automobilindustrie den Ausstoß klimaschädlichen Kohlendioxids bei Neuwagen bis zum Jahr 2012 auf 130 Gramm je Kilometer senken. Ursprünglich hätte der Anteil von Kohlendioxid (CO2) auf durchschnittlich 120 Gramm allein durch verbesserte Fahrzeugtechnik abgesenkt werden sollen. Nun sollen die restlichen 10 Gramm durch einen Maßnahmenmix erreicht werden.

Dadurch verfolgt die Kommission die Strategie eines integrierten Ansatzes, bei dem neben der Motortechnik auch technologische Verbesserungen (wie z.B. verbindlich vorgeschriebener Einsatz von Systemen zur Reifendruckkontrolle oder Festsetzung von Grenzwerten für den maximalen Rollwiderstand) sowie verstärkte Verwendung von Biokraftstoffen zum Einsatz kommen.

"Es ist uns gelungen, den richtigen Ausgleich zu schaffen zwischen der Forderung nach einer globalen Wettbewerbsfähigkeit auf der einen, und nach einer höheren Sicherheit und Umweltverträglichkeit auf der anderen Seite", kommentierte der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen.

Der OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft, Stefan Tangermann, hingegen hält die Förderung von Biokraftstoffen für einen "Irrweg". Aus landwirtschaftlichen Produkten gewonnener Kraftstoff sei nicht nur "deutlich teurer" als solcher aus Erdöl, auch die Klimabilanz von Biosprit sei "mehr als ernüchternd", sagt Tangermann in der "Zeit".