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Audi 1,8 TFSI spart mit doppelter Einspritzung

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der neuentwickelte 1,8-Liter-Basismotor des Audi A5 soll auf 100 Kilometern nur 5,7 Liter verbrauchen – Benzin, nicht Diesel!

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1,8 Liter Hubraum, 320 Newtonmeter und 5,7 Liter pro 100 Kilometer: Das klingt nach einem modernen Turbodiesel. Doch diese Werte gehören zum neuen 1,8-TFSI-Ottomotor des Audi A5, der den motorischen Einstieg in die gerade facegeliftete Coupé-Baureihe der Ingolstädter markiert.

Bei 3.800 Touren entwickelt er bereits seine volle Leistung von 125 kW/170 PS und beschleunigt das Coupé in 7,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Trotzdem liegt sein CO2-Ausstoß nur bei 134 Gramm pro Kilometer – gegenüber dem Vorgängermotor mit 118 kW/160 PS volle 21 Prozent weniger.

Euro 6 schon heute

Für den 1,8 TFSI entwickelten die Audi-Ingenieure ein neues Brennverfahren: Zusätzlich zur Benzindirekteinspritzung verwenden sie eine indirekte Einspritzung – sie injiziert den Kraftstoff am Ende des Saugrohrs nahe den Tumble-Klappen, wo er intensiv mit der Luft verwirbelt. Die indirekte Einspritzung kommt im Teillastbereich zum Einsatz.

Sie senkt aber nicht nur den Verbrauch. Eine noch wichtigere Aufgabe ist es, die Partikelemission zu reduzieren. Denn moderne Benzindirekteinspritzer sind nicht nur fast so sparsam wie Diesel, sondern teilen auch manche ihrer Nachteile – zum Beispiel den Rußausstoß. Umweltschützer haben deshalb den Ottomotor längst als neuen Umweltsünder ausgemacht.

Deshalb hat Audi den 1,8-Liter von Anfang an auf die künftige Euro-6-Norm ausgelegt, die erst 2015 verbindlich wird. Diese Norm enthält allerdings noch kein Limit für die Partikelanzahl, das es für Dieselmotoren bereits gibt. Noch ist nicht sicher, ob Motoren, die bereits heute die Euro-6-Norm erfüllen, auch die erst noch festzulegende Grenze für die Anzahl der Partikel einhalten werden. Es bleibt also spannend. Die Deutsche Umwelthilfe fordert jedenfalls prophylaktisch Rußfilter für Ottomotoren.

Nockenvellen und Auslassventile verstellbar

Die Direkteinspritzung mit 200 bar Raildruck ist beim Start und bei höheren Lasten aktiv; pro Arbeitstakt kann sie bis zu drei Einzel-Einspritzungen absetzen. Die Ventilsteuerung besitzt mehrere Freiheitsgrade: Zum einen lassen sich die Steuerzeiten beider Nockenwellen verstellen. Zusätzlich schaltet das Audi-Valvelift-System den Hub der Auslassventile in zwei Stufen um.

Der Abgaskrümmer ist übrigens in den wassergekühlten Zylinderkopf integriert. Das verringert die Temperatur des Abgases – der 1.8 TFSI kommt ohne die sonst übliche Anfettung des Gemisches bei Volllast aus. Damit dürfte ein bislang übliches Phänomen selbst bei modernen Ottomotoren der Vergangenheit angehören – der bei Volllast sehr stark ansteigende Verbrauch.

Auch die innere Reibung sank laut Audi drastisch. Dazu tragen beschichte Kolbenhemden ebenso bei wie die Wälzlagerung der beiden Ausgleichswellen.

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