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Behr "2006 operativ gut bewältigt"

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Behr baut seine Position in den Wachstumsmärkten aus.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Rückgang der Pkw-Produktion in den Hauptmärkten Westeuropa und Nordamerika, der Anstieg der Pkw-Produktion in Asien, Südamerika und Osteuropa, eine positive Entwicklung der Nutzfahrzeug-Märkte sowie deutlich gestiegene Rohstoffpreise prägten das Geschäftsjahr 2006 des Stuttgarter Automobilzulieferers Behr GmbH & Co.

KG. "Wir haben 2006 operativ gut bewältigt. Der Umsatz stieg entgegen dem Markttrend an. Trotz erheblich höherer Rohstoffpreise liegt das Ergebnis leicht über Vorjahr. Damit sind wir zufrieden", erklärte Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Behr-Geschäftsführung, bei der heutigen Jahrespressekonferenz.

Der Umsatz der auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung spezialisierten Behr-Gruppe stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber 2005 um 4,5 Prozent auf 3,19 Milliarden Euro. Dabei konnte Behr vor allem in den Wachstumsmärkten Brasilien, Mexiko, Osteuropa, Indien und China mit einem Plus von 24 Prozent deutlich zulegen. Um in diesen Märkten weiter zu wachsen, hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren neue Werke in China, Indien, Mexiko und Tschechien errichtet. "Sie müssen heute als Zulieferer zwingend an den Produktionsstandorten der Hersteller sein, um Aufträge zu erhalten", konstatierte Flik und fügt an: "Wir profitieren eindeutig von der Globalisierung."

Umsatzzuwachs in Europa um 4,6 Prozent

In Europa stieg der Umsatz um 4,6 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem Osteuropa und Italien bei. Die Sättigung der Ausstattung mit Klimaanlagen habe dazu geführt, dass der Umsatz in der Klimatisierung mit 1,3 Milliarden Euro leicht zurückging. Dagegen sei der Umsatz mit Produkten der Motorkühlung um 12,9 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro gestiegen. Hierzu habe vor allem das Nutzfahrzeug-Geschäft und die Frontendmodule des Joint Ventures der drei Automobilzulieferer Hella, Behr und Plastic Omnium, HBPO, beigetragen.

Der Umsatz in Deutschland ist mit 915 Millionen Euro etwa auf Vorjahreshöhe geblieben, das operative Ergebnis war dagegen rückläufig. "Wir haben 2006 in Deutschland 52 Millionen Euro investiert. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, aber wir investieren immer noch jeden dritten Euro in Entwicklung und Produktion in Deutschland", erläuterte Wolfgang Schäfer, Geschäftsführer kaufmännischer Bereich der Behr-Gruppe.

"Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit stieg um 3,3 Prozent auf 95 Millionen Euro. Es ist uns gelungen, das Umsatzwachstum in Ergebnis umzumünzen", so Flik. Allerdings sind darin positive Sondereffekte in Höhe von 10 Millionen Euro enthalten, die aus Veränderungen im Konsolidierungskreis resultieren.

Behr hat 2006 rund 150 Millionen Euro investiert, 15,7 Prozent weniger als im Vorjahr. "Dies ist Ausdruck unserer deutlich gestiegenen Anlagenproduktivität und des zunehmenden Bezugs von Betriebsmitteln aus Ländern mit wettbewerbsfähigen Kosten", betonte Flik. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit seien die neuen Werke in den Wachstumsmärkten sowie Deutschland, den USA und Frannkreich gewesen.

Verhalten optimistischer Ausblick

Für das laufende Jahr zeigt sich Flik verhalten optimistisch. Weltweit verlangsame sich das Wachstum der Pkw-Produktion leicht. Alle drei Hauptmärkte Westeuropa, USA und Japan dürften leichte Rückgänge zeigen oder stagnieren, schätzt Flik. Brasilien, Osteuropa und Asien außer Japan dürften weiter wachsen, jedoch langsamer als 2006. Und die Nutzfahrzeug-Produktion dürfte weltweit nur schwach wachsen oder ebenfalls stagnieren. "Vor diesem Hintergrund gehen wir für die Behr-Gruppe für 2007 von Umsatz und Ergebnis ungefähr auf Vorjahresniveau aus", prognostiziert Flik und bekräftigt: "2009 werden wir unser Ziel von über 3,5 Milliarden Euro Umsatz erreichen."