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Energieeffizienz 35 Prozent Einsparung von Druckluft im Karosseriebau

| Redakteur: Dorothee Quitter

Ziel der Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“, kurz InnoCaT, war es, bis zu 50 Prozent Energie im Produktionsprozess eines Automobils zu sparen. Im Teilprojekt „Planung des effizienten Einsatzes der Druckluft“ hat Festo gemeinsam mit Projektpartnern die Druckluftanwendungen im Karosseriebau untersucht.

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Bestehende Anlagen zu optimieren ist ein Ansatz zur Effizienzsteigerung. Um Verbräuche und typische Verbrauchsmuster einzelnen Teilbereichen oder Komponenten zuzuordnen, erfolgen Messungen im laufenden Produktionsbetrieb.
Bestehende Anlagen zu optimieren ist ein Ansatz zur Effizienzsteigerung. Um Verbräuche und typische Verbrauchsmuster einzelnen Teilbereichen oder Komponenten zuzuordnen, erfolgen Messungen im laufenden Produktionsbetrieb.
(Foto: Festo)

Messungen und Planungstools zeigen: Es kann bis zu 35 Prozent Energie eingespart werden. Im Teilprojekt „InnoCaT 1.2.2“ sollten Druckluftanwendungen der Erzeuger- und Verbraucherseite aufeinander abgestimmt und so Energie eingespart werden. Projektpartner waren dabei die Firma Boge Kompressoren Otto Boge GmbH & Co. KG, das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, der Automobilhersteller Volkswagen AG (VW) und der Automatisierungsspezialist und Teilprojektleiter Festo AG & Co. KG. In einem Planungsleitfaden des 2012 beendeten dreijährigen Forschungsprojekts wurden die relevanten Stellhebel zusammengefasst, um den Druckluftverbrauch im Karosseriebau zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern.

Im Karosseriebau werden klassischerweise pneumatische Komponenten wie Wartungseinheiten, Ventile und Ventilinseln, Spanner- und Stiftzieherzylinder und servopneumatische Schweißzangen eingesetzt. Bislang fehlten Daten und Werkzeuge, um den Energieverbrauch transparent zu machen. In der Prozesskette zwischen Erzeugung, Verteilung und Nutzung der Druckluft fand im Planungsprozess bisher nur bedingt eine Abstimmung statt. So waren eine ganzheitliche Betrachtung der Energieeffizienz oder nachhaltige Maßnahmen nicht möglich. Die Ergebnisse aus dem Teilprojekt InnoCaT 1.2.2 haben konkrete Zahlen und Ansatzpunkte für Maßnahmen geliefert.

Kleiner Anteil – nicht zu unterschätzende Wirkung

Druckluft im Karosseriebau hat im vom InnoCaT-Projekt definierten Referenzwerk einen Anteil von 3,7 Prozent am Gesamtenergieverbrauch des Werks. Das Potenzial, hier bis zu 35 Prozent der Energie einzusparen, entspricht dabei immerhin einem Jahresverbrauch von 2232 Megawattstunden oder einem CO2-Äquivalent von 1257 Tonnen pro Jahr in einem Standardwerk. Das Einsparpotential kann bei vertretbarem Aufwand realisiert und bei der Neuplanung von Anlagen leicht erschlossen werden.

Pneumatische Antriebstechnik im Karosserie-Rohbau ist, richtig eingesetzt, eine sehr wirtschaftliche Technologie und zeichnet sich durch Schnelligkeit, Einfachheit, Sauberkeit und Überlastsicherheit aus. Energiekosten während des Betriebs sind nicht alles. Das volle Einsparpotenzial kann nur dann ausschöpft werden, wenn die komplette Druckluft-Wirkungskette von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Anwendung über den gesamten Lebenszyklus betrachtet wird. Festo stellt sowohl pneumatische als auch elektrische Antriebstechnik her und bietet seinen Kunden die für den jeweiligen Anwendungsfall am besten geeignete energieeffiziente und somit wirtschaftlichste Lösung an.

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