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Historische Fahrzeuge 75 Jahre Opel Kapitän: Deutsches Wohlstandssymbol

| Autor / Redakteur: SP-X/Wolfram Nickel / Thomas Günnel

Seine Premierenparty feierte er zwar schon 1938, erfolgreich wurde der Kapitän aber erst im Nachkriegsdeutschland. Damals wies der größte Opel den erfolgreichen Unternehmer aus und das lange bevor Mercedes´ S-Klasse alle Vorstandsparkplätze okkupierte. Zu Megasellern machte die Rüsselsheimer die Devise: „Viel Auto für wenig Geld“.

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Er wurde bereits im Jahr 1938 vorgestellt, erfolgreich wurde der Opel Kapitän aber erst im Nachkriegsdeutschland. Damals wies der größte Opel den erfolgreichen Unternehmer aus – lange bevor Mercedes´ S-Klasse alle Vorstandsparkplätze okkupierte. Zu Megasellern machte die Rüsselsheimer die Devise: „Viel Auto für wenig Geld“.
Er wurde bereits im Jahr 1938 vorgestellt, erfolgreich wurde der Opel Kapitän aber erst im Nachkriegsdeutschland. Damals wies der größte Opel den erfolgreichen Unternehmer aus – lange bevor Mercedes´ S-Klasse alle Vorstandsparkplätze okkupierte. Zu Megasellern machte die Rüsselsheimer die Devise: „Viel Auto für wenig Geld“.
(Foto: Opel)

Mehr Opel ging nicht. Der Kapitän war weit über drei Jahrzehnte das deutsche Wohlstandssymbol schlechthin und erzielte geradezu massenhafte Verbreitung unter Vorständen und Wirtschaftsführern, aber auch bei selbstständigen Handwerker und Kaufleuten. In seinen besten Zeiten schaffte es der Opel im Format eines Straßenkreuzers sogar bis auf Rang drei der Zulassungsstatistik, davon konnten andere Luxusliner aus Stuttgart oder München nur träumen. Sechs Zylinder waren Standard, aber auch mächtiges V8-Schwermetall amerikanischer Abstammung arbeitete ab 1965 unter der lang gestreckten Motorhaube des maritim benannten Rüsselsheimer Spitzenmodells. Abgelöst wurde der Kapitän 1970 durch die höher positionierten Typen Admiral und Diplomat. Dennoch: Den Nimbus des Kapitän erreichte keiner der Nachfolger, so dass sich Opel später sogar ganz aus dem automobilen Oberhaus verabschiedete.

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Viel Premium für wenig Geld

Was war das Geheimnis des nach Ansicht seiner Fans besten Opels aller Zeiten? Ganz einfach: Der Kapitän ließ kaum eine Komfort-Annehmlichkeit vermissen und kostete dennoch keinen Premiummarken-Aufpreis. Nie gab es mehr Opel fürs Geld, möglich machte dies zumindest in den letzten Produktionsjahren auch der Einsatz amerikanischer Großserientechnik. Schon vor einem Dreivierteljahrhundert kostete der stets innovative Kapitän mit 2,5-Liter-Reihensechszylinder und der ersten Pontonkarosserie im automobilen Oberhaus relativ günstige 3.575 Mark. Dagegen berechnete Mercedes für den Typ 230 bereits 5.875 Mark und BMW für den 326 mit kleinerem 2,0-Liter-Motor 5.500 Mark. Ein Kostenvorteil, der auch den Kapitän der Wirtschaftswunderjahre kennzeichnete und das Opel-Flaggschiff dennoch zum Inbegriff des bürgerlichen Traumwagens machte.

Mehr als zwei Drittel für den Export

Ganz so wie es der Liedermacher Reinhard Mey in seinem Song vom „51er Kapitän“ erzählt. Eine schneeweiße Luxuslimousine mit Chromglanz und domartigen Dachhimmel, die sich Meys Vater im tristen Nachkriegsdeutschland erträumt. Tatsächlich war der Kapitän der erste deutsche Nachkriegs-Sechszylinder und erreichte 1951 mit einer Länge von 4,72 Metern ein Gardemaß, gegen das sich der Mercedes 220 (4,51 Meter) oder der wenig später lancierte Borgward Hansa 2400 (4,46 Meter) geradezu kompakt ausnahmen. Reichlich Glanz und Gloria kombiniert mit großer Zuverlässigkeit machten den Rüsselsheimer Marinedienstgrad zur festen Größe unter den global erfolgreichen Luxusautos. Zeitweise wurden mehr als zwei Drittel der Rüsselsheimer Produktion exportiert, dies auch mit speziellen Hubraumformaten, um internationalen Steuergesetzen zu genügen.

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