Entwicklung Ablenkung mittels Eye-Tracking messen

Redakteur: Wolfgang Sievernich

Fahrassistenz- und Fahrerinformationssysteme verändern die Informationsmenge die zum Fahrer gelangt. Wie sich das auf das Fahrverhalten und die Bedienbarkeit auswirkt, lässt sich mittels Eye-Tracking schon während der Entwicklung erkennen.

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Das Ablenkungspotential von Infotainment-Systemen kann mit Eye-Trackers festgestellt werden.
Das Ablenkungspotential von Infotainment-Systemen kann mit Eye-Trackers festgestellt werden.
(Foto: Ergoneers)

Um herauszufinden, wie potentielle Käufer auf ein neues Produkt reagieren, führen Automobilhersteller bereits in den sehr frühen Phasen des Produktentwicklungsprozesses Verhaltensstudien durch. Die Ergoneers GmbH aus Manching hat nun einen Eye-Tracker entwickelt, mit dem sich die Auswertung des Blickverhaltens analysieren lässt. Mit Hilfe von Blickverhaltenskennwerten und Visualisierungen, wie einer Heatmap, soll die Häufigkeit und Dauer der Blicke mittels einer Software ermittelt werden. Blickt der Fahrer während voller Fahrt öfter auf das Infotainment-System im Cockpit, als auf den Straßenverkehr oder Straßenverlauf, ist demnach anzunehmen, dass die Fahrsicherheit in einem späteren Realbetrieb womöglich gefährdet wäre oder der Fahrer mit dem System schlichtweg nicht zurechtkommen könnte. Produktveränderungen seien dadurch noch vor dem Serienstart möglich.

Autoradio aus 1980 als Richtwert

Die Feststellung der Straßenverkehrstauglichkeit ist für Automobilhersteller ein entscheidender Faktor. Für Infotainment-Systeme gelten Freiprüfkriterien, die die Alliance of Automobile Manufacturers (AAM) festlegt. Sie besagen, dass ein Infotainment-System nicht mehr ablenken darf, als ein Autoradio aus dem Jahr 1980. Im Falle eines Unfalls hätte eine Nicht-Einhaltung dieser Freiprüfkriterien erheblichen Einfluss auf die Haftbarkeit des betreffenden Fahrzeugherstellers.

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