Suchen

Lexus GS Aggressiver in die Businessklasse

| Autor / Redakteur: SP-X / Bernd Otterbach

Lexus orientiert sich neu. Die vierte Generation der Businesslimousine GS will weniger Mercedes, dafür mehr BMW sein. Bei der nun erfolgten Premiere fehlt aber noch ein wichtiges Detail, um sich von der deutschen Konkurrenz abzusetzen.

Mit neu entdeckter Sportlichkeit tritt der Lexus GS ab dem kommenden Jahr in den Kampf um Marktanteile in der gehobenen Mittelklasse an. Premiere feiert die Limousine nun im amerikanischen Pebble Beach – vorerst aber ohne Hybridantrieb. Die Doppelmotorversion gibt ihr Debüt erst auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25. September).

Schon äußerlich schlägt der Viertürer eine deutlich dynamischere Linie ein als sein Vorgänger. Direkt aggressiv wirkt die Front mit den böse blickenden Scheinwerfern und dem zerklüftete Kühlergrill. Die Marketingabteilung nennt das stilprägende Element an der Front nicht ganz unpassend „Diabolo“-Grill. Hinzu kommen ein stark keilförmiges Profil und ein schlankeres Heck. Dominierende Elemente im Innenraum sind eine breite Mittelkonsole sowie ein zentral auf dem Armaturenbrett untergebrachter Monitor, der über eine Art Maus gesteuert wird. Die Knöpfchen- und Schalter-Flut des Vorgängers konnte dadurch eingedämmt werden.

Fahrdynamik von BMW als Vorbild

Auch fahrdynamisch nimmt sich der Lexus neue Vorbilder. Galt bislang der Komfort von Mercedes als Orientierungspunkt, ist es nun die Dynamik von BMW. So gibt es eine Lenkung mit variabler Übersetzung und erstmals eine lenkbare Hinterachse, die die Agilität auf kurviger Strecke verbessern soll. Um alte Kunden nicht zu verschrecken, lassen sich Fahrwerk und Motorcharakteristik der Limousine per Knopfdruck variabel an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die Serienausstattung des GS ist traditionell umfangreich. Auch die vierte Generation wartet mit zwölf Airbags inklusive Knieairbags für Fahrer und Beifahrer, Klimaautomatik, Heckkamera und Surround-Soundsystem auf. Auf Wunsch gibt es unter anderem einen Abstandshalte-Assistent mit Notbremsfunktion, ein Nachtsichtsystem und ein Head-up-Display.

Hybrid statt Diesel

Noch keine genauen Angaben gibt es zum Antrieb, mit dem der GS im Frühjahr auf den deutschen Markt kommt. Bei der US-Premiere findet sich unter der Haube ein konventioneller Sechszylinder-Ottomotor mit 228 kW/310 PS Leistung. Hierzulande wird es den Lexus aber ausschließlich mit Hybridantrieb geben; der dürfte mit rund 350 PS und einem Verbrauch auf Dieselniveau aufwarten. Einen Selbstzünder wird es aus diesem Grund nicht geben. Vorstellbar ist jedoch ein Einstiegs-Hybrid mit geringerer Leistung. Bereits offiziell bestätigt ist eine F-Sport-Ausführung, die sich aber lediglich in der Optik vom Standard-Modell unterscheidet.

Bislang spielt der Lexus GS in Deutschland mit kaum 160 Neuzulassungen im Gesamtjahr 2010 kaum eine Rolle. Mit einem erwarteten Preis von rund 61.000 Euro ist der Japaner aus dem Toyota-Konzern zwar teurer als die preiswertesten Versionen von Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse, dafür aber deutlich besser ausgestattet.

(ID:381824)